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Hessens Bahnhöfe sollen schöner werden: Fahrgastverband kritisiert Modernisierungsoffensive der Bahn als PR-Gag

Von Die Deutsche Bahn will für die Modernisierung der hessischen Bahnhöfe rund 530 Millionen Euro ausgegeben. Doch für das Vorhaben hagelt es scharfe Kritik vom Lobbyverband der Bahnnutzer.
Der Zustand vieler Bahnhöfe im RMV-Gebiet ist, wie hier in Frankfurt-Eschersheim, traurig. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Der Zustand vieler Bahnhöfe im RMV-Gebiet ist, wie hier in Frankfurt-Eschersheim, traurig.
Frankfurt. 

Die Deutsche Bahn (DB) hat sich für Hessen viel vorgenommen. Ab diesem Jahr bis 2021 will das staatliche Verkehrsunternehmen rund 530 Millionen Euro in die Bahnhöfe des Landes investieren. Das Ziel: Die „Visitenkarte“ der Städte sollen kundenfreundlicher, sauberer und barrierefreier werden, wie es Susanne Kosinsky, Regionalbereichsleiterin Mitte der DB Station und Service AG, formulierte. Auch kleinere Bahnhöfe sollten bei dieser Maßnahme berücksichtigt werden. „Noch in diesem Jahr starten acht Bau- und Modernisierungsprojekte in Bickenbach, Darmstadt-Eberstadt, Stockstadt, Gernsheim, Biebesheim, Raunheim, Weiterstadt und Biblis, wie Kosinsky aufzählte.

Scharfe Kritik an der Modernisierungsoffensive der Bahn kommt vom Fahrgastverband Pro-Bahn Hessen. „Das ist ein reiner PR-Gag und an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten“, schimpft Pro-Bahn-Sprecher Thomas Kraft. Nach seiner Ansicht, werden „seit Jahren“ immer wieder die gleichen Projekte vorgestellt. Aber passieren würde nicht viel. „Die Bahn sollte die Sachen endlich anpacken“, fordert Kraft.

Zu viel Marketing?

Als Beispiel für die mutmaßliche Untätigkeit der Bahn führt Kraft an, dass 60 bis 70 Prozent der Bahnhöfe in Hessen nicht barrierefrei ausgebaut seien. „Der Brechener Bürgermeister wollte den örtlichen Bahnhof barrierefrei gestalten. Doch die Bahn wollte, dass die Kommune Dreiviertel der Kosten für die Maßnahme übernimmt“, so Kraft.

Nach Meinung des Pro-Bahn-Sprechers sind bei der DB „zu viele Marketing-Leute unterwegs“, die lediglich „Produkte verkaufen“ wollten und sich nicht darüber bewusst seien, dass die Bahn auch eine „Daseinsvorsorge“ für die Bevölkerung habe. Für Kraft dienen die „Marketingaktivitäten“ der DB einzig dem Ziel, das Unternehmen börsenfähig zu machen.

Unterdessen ist sich die DB-Managerin Kosinsky bewusst, dass es noch den einen oder anderen Schandfleck in Sachen Bahnhöfe in Hessen zu beklagen gebe. Hierbei macht Kosinsky darauf aufmerksam, dass ein möglicher Stillstand in solchen Fällen an bevorstehenden Großprojekten liegen könne. „Es macht keinen Sinn, wenn wir vor dem Abschluss solcher Projekte mit unserem Maßnahmen beginnen“, so Kosinsky.

Doch nicht nur in Bahnhöfe will die Bahn investieren. Bis 2020 sollen noch acht unterirdische S-Bahn-Stationen in Frankfurt modernisiert werden. Hierzu gehören zum Beispiel die Taunusanlage, Haupt- und Konstablerwache, der Südbahnhof und der Regionalbahnhof am Flughafen. In diesen Stationen werden nach Angaben von Kosinsky unter anderem die Wand- und Bodenbeläge erneuert sowie spezielle Beleuchtungskonzepte umgesetzt. Darüber hinaus erhielten die Stationen taktile Leitsysteme für Sehbehinderte und eine „verbesserte Wegeleitung“. Rund 23 Millionen Euro kosteten alleine diese Maßnahmen.

Der Hauptbahnhof

Den Frankfurter Hauptbahnhof nutzen täglich mehr als 460 000 Menschen. Die Umgestaltung umfasst hier zum Beispiel einen geschossübergreifenden Lichthof. „Zudem gelangen die Bahnhofsbesucher künftig über eine neue Verbindung direkt unter dem Querbahnsteig zur bestehenden Verteilerebene“, erläutert Kosinsky. Die Modernisierungsarbeiten sollen bis zum Jahr 2022 abgeschlossen sein.

Weitere Planungen der Bahn: Ab dem Herbst soll mit dem Austausch aller 82 bundesweit bestehenden DB-Informationen begonnen werden. Der Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe soll in Hessen den Anfang machen. Frankfurt stehe ebenfalls auf dem Programm. Die neue DB-Information funktioniere wie „ein Empfangsschalter“. Vom Ausdrucken eines Online-Tickets bis zur Bestellung einer „Mobilitätshilfe“ biete das DB-Informationssystem viele Hilfestellungen.

Der digitalen Welt, so Kosinsky, wolle sich auch die Bahn nicht verschließen. So gibt es mittlerweile zum Beispiel die App „DB Bahnhof live“, die einen schnellen Zugang zu allen 5400 Bahnhöfen in Deutschland biete, und die Möglichkeit über den Messenger-Dienst WhatsApp „Verschmutzungen zu melden“.

Apropos Verschmutzungen: Auch die Sanitäranlagen an hochfrequentierten Bahnhöfen sollen „frischer und einladender“ werden. Seite 3

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