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Verbrechen: Fall Susanna: Verdächtiger in den Irak geflüchtet

Von Susanna F. aus Mainz wurde vergewaltigt und vermutlich erwürgt. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem „besonders abscheulichen Verbrechen“. Ein Flüchtling ist dringend tatverdächtig. Er hat Deutschland verlassen.
Wiesbaden. 

Die seit zwei Wochen vermisste Susanna F. ist tot. Die 14-Jährige aus Mainz wurde vergewaltigt und anschließend getötet. Die DNA-Analyse der am Mittwoch gefundenen Frauenleiche ergab eine 100-prozentige Übereinstimmung mit einer Probe des verschwundenen Mädchens. „Wir haben als Ermittler jetzt Gewissheit“, sagte der Leitende Wiesbadener Oberstaatsanwalt Achim Thoma. Dringend tatverdächtig ist ein Flüchtling, der in einer Unterkunft in Wiesbaden lebte.

Update: Der Hauptverdächtige ist in der Nacht zum Freitag im Irak festgenommen worden:

Fahndung Fall Susanna: Ali B. im Irak festgenommen

Der mutmaßliche Mörder von Susanna ist vergangene Nacht im Irak festgenommen worden. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) freut sich über die Zusammenarbeit mit den kurdischen Sicherheitsbehörden.

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Der Verdächtige, ein 20 Jahre alter Iraker namens Ali B., hat vor einigen Tagen Deutschland verlassen. Nach ihm wird nun international gefahndet. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass er sich mit seiner Familie wieder in seinem Heimatland befindet.

Ob er mit seinen Eltern und seinen fünf Geschwistern wegen der Tat das Land verlassen hat, kann die Polizei nicht sagen. Hier stünden die Ermittlungen noch am Anfang. Auch genauere Informationen über den aktuellen Aufenthaltsort des Verdächtigen im Irak gibt es nicht.

Ein weiterer Tatverdächtiger wurde gestern wieder freigelassen. Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn sagte, es bestehe kein dringender Tatverdacht mehr gegen den 35 Jahre alten Asylbewerber mit türkischer Staatsangehörigkeit. Er könne sich frei bewegen. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler nun durch die Auswertung von DNA-Spuren.

Oberstaatsanwalt Kuhn sagte, er habe sich schon mit vielen Straftaten befassen müssen, doch bei dem Mordfall Susanna handele es sich um ein „besonders abscheuliches Verbrechen.“

„Massive Gewalt“

Die Ergebnisse der Obduktion legen nahe, dass das Mädchen vergewaltigt und anschließend erwürgt wurde. Zumindest habe es eine „massive Gewalteinwirkungen auf den Hals“ gegeben. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Mädchen ermordet wurde, um die Vergewaltigung zu vertuschen. Ihre Leiche wurde nahe der Bahntrasse bei Wiesbaden-Erbenheim verscharrt und mit Gräsern und Holz bedeckt.

Die Tat muss kurz nach dem Verschwinden Susannas am späten Abend des 22. Mai oder in der Nacht auf den 23. Mai geschehen sein. Da der Teenager immer mal wieder einige Tage lang unterwegs war, und ihre Mutter noch am 24. Mai eine Nachricht vom Smartphone ihrer Tochter bekam, hatte die Polizei erst ab dem 30. Mai mit einem Großaufgebot an Beamten nach ihr gesucht.

Hinweis von Flüchtling

Das Gebiet, in dem Susanna gefunden wurde, hatte die Polizei zuvor schon mit Hundertschaften und Leichensuchhunden durchkämmt und einen Hubschrauber eingesetzt. Der trockenen Witterung sei es geschuldet, dass man sie nicht früher gefunden habe, erklärte der Wiesbadener Polizeipräsident Stefan Müller. Das Wetter habe den Verwesungsprozess verlangsamt. Die Hunde hatten die Spur nicht aufnehmen können.

Der entscheidende Hinweis auf das Verbrechen kam von einem 13 Jahre alten Flüchtling. Der meldete die Tat am Abend des 3. Juni der Polizei. Der flüchtige Ali B. soll ihm zuvor davon erzählt haben. In welchem Verhältnis das Kind zu dem Tatverdächtigen steht, wurde nicht bekannt, wohl aber, dass B. Monate zuvor mit der Polizei in Konflikt geraten ist. So soll er im April einen Mann mit dem Messer bedroht haben und zu einem anderen Zeitpunkt ein unerlaubtes Messer in der Wiesbadener Innenstadt mit sich geführt haben. Das seien kleinere Delikte gewesen. „Es gab keinen Haftgrund“, so die Ermittler.

Mitte Mai geriet der junge Mann in Verdacht, eine Elfjährige in einer Flüchtlingsunterkunft vergewaltigt zu haben. Zumindest ist er einer von vier Männern, die laut Aussage des Opfers in Frage kommen könnten. Das junge Alter des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers mache die Ermittlungen schwierig, sagte Polizeipräsident Müller.

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