E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 28°C

Flughafen-Arzt kündigt aus Protest gegen Fluglärm

Von Ein leitender Notarzt der Flughafenklinik hat fristlos gekündigt. Der Fluglärm im Frankfurter Süden sei gesundheitsschädlich und deshalb mit seinem ärztlichen Ethos nicht vereinbar.
Frankfurt. 

Seit Eröffnung der neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen fliegen die Flugzeuge im 90-Sekunden-Takt über die Kindertagesstätten und Grundschulen im Frankfurter Süden, insbesondere in Sachsenhausen und Niederrad. Das beklagt der Mediziner Joch Krauß. "Der Gewinn von Fraport geht auch auf Kosten der Gesundheit von Schul- und Kindergartenkindern", schreibt er in einem Brief an Flughafen-Chef Stefan Schulte.

"Dies ist für mich mit meinem ärztlichen Ethos nicht vereinbar", stellt Krauß fest. Und formuliert zwei Sätze weiter seine fristlose Kündigung. "Ich bin seit 15 Jahren als Leitender Notarzt ihrer Flughafenklinik für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und Passagiere verantwortlich", reibt er dem Fraport-Chef zuvor in dem Kündigungsschreiben unter die Nase. Nun sende er aus Protest seinen Fraport-Ausweis zurück.

Mit öffentlichkeitswirksamen Spendenübergaben wolle Schulte sein "schlechtes Gewissen beruhigen", unterstellt Krauß. Für ein Gespräch mit den Bürgerinitiativen gegen den Fluglärm nehme er sich aber keine Zeit. Auch Vertreter der Deutschen Flugsicherung seinen schwer für einen Termin zu haben. Selbst Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) habe sich erst jetzt bereit erklärt, mit den Bürgerinitiativen zu reden. Einer davon gehört auch Dr. Krauß an.

Der Mediziner kann sich die symbolträchtige Kündigung erlauben, denn er unterhält eine eigene Unfallpraxis in Sachsenhausen. Am Flughafen gehörte er nicht zum Team der festangestellten Ärzte. Er hat dort nur nebenher gearbeitet – hat ein oder zwei Mal im Monat Bereitschaftsdienst in der Flughafenklinik geschoben, wo hochqualifizierte Mediziner gebraucht würden, um für mögliche Notfälle gewappnet zu sein.

"Ich bin auf die Bereitschaftsdienste am Flughafen nicht angewiesen", erklärt Krauß und will mit seinem Schritt ein Zeichen setzen. In seiner Praxis in Sachsenhausen seien es vor allem die Alten und Schwachen, die sich über den zusätzlichen Lärm beklagten, die aber keine Möglichkeit hätten, ihrem Ärger öffentlich Luft zu machen.

Seit Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest fliegen die Maschinen direkt über den Lerchesberg im Süden von Sachsenhausen.

Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen