Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Anzeigen

Fluglärm: Erste Ergebnisse der Norah-Studie erst 2014

Der Leiter der Lärmstudie Norah, der Bochumer Psychologieprofessor Rainer Guski, hat am Tag nach der Norah-Informationsveranstaltung in Raunheim seine Aussagen vom Mittwochabend konkretisiert.
Forscher führen die erhobenen Kinderdaten mit akustischen Berechnungen zusammen. (Symbolbild Fluglärm) Forscher führen die erhobenen Kinderdaten mit akustischen Berechnungen zusammen. (Symbolbild Fluglärm)
Wiesbaden. 

Guski hatte den Satz gesagt: „Wir haben eine Tendenz dazu gefunden, dass die sprachliche Entwicklung und auch ein Teil des Gedächtnisses der Kinder behindert wird.“ Der Psychologieprofessor betonte nun, dabei handele es sich nicht um ein Ergebnis der Norah-Studie, sondern einer britisch-niederländischen Fluglärmstudie mit dem Namen Ranch.

„Was ich gemeint habe war, dass wir erst einmal die Literatur durchforstet und dort diese Tendenz gefunden haben“, sagte Rainer Guski weiter. In der noch gut zwei Jahre laufenden Norah-Studie gebe es bisher noch gar keine konkreten Ergebnisse. Die Datenerhebung für den Bereich der Kinderstudie sei zwar abgeschlossen, diese Daten müssten aber nun noch mit den akustischen Berechnungen zusammengeführt werden.

In der Ranch-Studie sei festgestellt worden, dass die Kinder, die unter starkem Fluglärm leiden, schlechtere Leistungen beim Sprachverständnis und der Merkfähigkeit erbringen“, sagte Guski weiter. Allerdings habe der britische Teil der Ranch-Studie möglicherweise den sozialen Status der Eltern nicht genug berücksichtigt. „Ich fürchte, man kann sich nicht unbedingt darauf verlassen, dass der Lärm die Ursache für die Ergebnisse ist“, sagte Guski. Ausschließen könne er diese Möglichkeit aber auch nicht.

Um zu prüfen, ob es einen Lärmeffekt gebe, sei es günstiger, die akustische Aufnahme von Texten mit einzubeziehen, sagte Guski. In der Ranch-Studie seien nur schriftliche Texte verwendet worden, bei Norah bekämen die Kinder das Testmaterial teilweise über Ohrhörer eingespielt. Damit werde geprüft, ob die Kinder unter Fluglärm den Text überhaupt richtig mitbekämen. „Was wir tun, geht mehr in die Richtung der möglichen Störung durch Fluglärm“, betonte Guski. Für Norah wurden nach Angaben Guskis rund 1300 Kinder auf ihre Gedächtnisleistung, ihr Sprachverständnis und ihre Aufmerksamkeitsleistung untersucht.

Die Ergebnisse der Kinderstudie sollen Mitte 2014 vorliegen, das Gesamtergebnis der Studie im Frühjahr 2015. Derzeit werden zweite Untersuchungswellen in den Bereichen Bluthochdruck und Schlafforschung gestartet. gik

Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv Themen Mediadaten Kontakt Impressum Datenschutz AGB

© 2015 Frankfurter Neue Presse