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Neue Routen: Fluglärm: Wie es in der Region dank technischer Raffinessen leiser werden soll

Von Die ersten Maßnahmen laufen schon. Doch bis 2019 soll der aktive Schallschutz am Frankfurter Flughafen weiter bessert werden. Es gibt allerdings auch Orte, in denen es lauter wird.
Eine Lufthansa-Maschine setzt über Flörsheim zur Landung an. Foto: Boris Roessler (dpa) Eine Lufthansa-Maschine setzt über Flörsheim zur Landung an.
Frankfurt. 

Die Idee stammt noch aus dem Mediationsverfahren vor dem Bau der Landebahn Nordwest am Frankfurter Flughafen: Ein Expertengremium aus Luftfahrt und Kommunen berät seitdem darüber, wie der wachsende Lärm rund um den Frankfurter Flughafen eingedämmt werden kann. Inzwischen ist es das Forum Flughafen und Region, (FFR) das neue Anflugverfahren und Flugrouten austüftelt, um die Anwohner zu entlasten.

Gestern präsentierte die Gruppe den aktuellen Stand ihres Maßnahmenpakets: Während etwa das satellitengestützte steile Anflugverfahren GBAS und das kurvige Eindrehen auf die Anfluggrundlinie (Segmented Approach) schon erprobt werden, stehen bis 2019 weitere Maßnahmen auf der Agenda, die wir auf den nebenstehenden Grafiken vorstellen. Dabei geht es um Umwege und eine höhere Spurtreue der Piloten.

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„Wir kämpfen um jedes Dezibel“, betont FFR-Vorstand Johann-Dietrich Wörner. Bei der Umfliegung von dicht besiedelten Kommunen sei es aber nur möglich, „Menschen zu entlasten, wenn wir andere belasten“, sagt Wörner und spielt damit auf eine Kurve an, die Piloten künftig rund um Darmstadt fliegen sollen. Um in solchen Fällen Konflikte zu minimieren, will das FFR künftig betroffene Gemeinden stärker an der Diskussion beteiligen.

Spätes Eindrehen

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Für Piloten ist es einfacher auf der orangen Linie möglichst lange geradeaus auf die Landebahn zuzufliegen. Diese Route bedeutet aber eine hohe Lärmbelastung für die Städte, die direkt unter der Einflugschneise liegen, wie Offenbach und Hanau im Osten sowie Mainz im Westen.

Um diese dicht besiedelten Städte zu schonen, wurde 2012 ein kurviges Anflugverfahren (Segmented Approach) auf den grünen bzw. türkisfarbenen Routen eingeführt. Das stellt allerdings höhere Anforderungen an die Piloten und ist deshalb freiwillig.

Außerdem ist es bislang nur in verkehrsschwachen Zeiten nutzbar. Dieses Verfahren soll künftig automatisiert und damit häufiger eingesetzt werden.

In der Spur bleiben

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Abflugverfahren mit genauen Kurvenradien sollen Piloten dabei unterstützen, mit höherer Spurtreue zu fliegen. Das würde den Lärm auf ein kleineres Gebiet beschränken und entlastet zum Beispiel den Mainzer Süden. Das Verfahren soll EU-weit ab 2024 an allen Flughäfen eingeführt sein.

In Frankfurt hat der Probebetrieb schon im Juli 2017 begonnen, um die Spurtreue auf der Südumfliegung zu verbessern. Hier hatten Anwohner über große Abweichung von der Route geklagt.

Alle entsprechend ausgestatteten Flugzeuge (60 Prozent) sind nun zu dem engen Radius verpflichtet.

Laute Flieger verbannt

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Die graue Linie wird oft „Klinikroute“ genannt, weil sie direkt über mehrere Krankenhäuser in Frankfurt und Offenbach führt.

Diese Route zu verlegen, hat das Expertenteam verworfen, weil keine Verbesserung möglich sei. „Vor- und Nachteile wiegen sich auf“, stellt FFR-Vorstand Johann-Dietrich Wörner fest.

Allerdings sollen wenigstens 20 besonders laute Maschinen am Tag über einen Umweg in Richtung Asien gesteuert werden (türkisfarbene Linie). Das lässt allerdings die Lärmbelastung in Heusenstamm und dem Neu-Isenburger Stadtteil Gravenbruch leicht ansteigen.

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