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Fluglärmgegner rufen Helau

Von Rund 80 Fluglärmgegner aus dem Rhein-Main-Gebiet marschieren beim rheinlandpfälzischen Umzug am Montag mit – in närrischer Kluft und mit zwei Motivwagen, die die hessische Landesregierung aufs Korn nehmen.
Bilder > Die Bürgerinitiative gegen Fluglärm dichtet die Mainzer Fernsehsendung „Mainz bleibt Mainz, wie’s singt und lacht“ zu „Mainz bleibt Mainz, wie’s lärmt und kracht“ um. 80 Fluglärmgegner aus dem Rhein-Main-Gebiet laufen beim Mainzer Rosenmontagszug mit. Foto: Gottwals
Mainz. 

Sie marschieren fröhlich in geschlossenen Reihen, statt Transparenten schwingen sie närrische Fahnen mit dem abgewandelten Titel der großen Mainzer Fernsehsitzung: „Mainz bleibt Mainz, wie’s lärmt und kracht!“ Der neue Motivwagen mit der Aufschrift „Wir nehmen Ihrer Zukunft das Zuhause“ zeigt Volker Bouffier, der den grünen Dackel Tarek Al-Wazir an der Leine führt.

Gemeinsames Ziel

„Jeder trägt Schminke, Orden und bunte Schals nach seinem Geschmack. Doch wenn’s ums gemeinsame Ziel geht, marschieren wir in der politisch-literarischen Tradition des Mainzer Rosenmontags“, unterstreicht Manfred Vierkotten von der Bürgerinitiative Mainz-Gustavsburg. Mit 80 Teilnehmern und zwei Motivwagen, die je rund 10 000 Euro gekostet haben und von 90 privaten Spendern und der Initiative Zukunft Rhein-Main gegen Flughafenausbau unterstützt wurden, gehen die Fluglärmgegner unter der Zugnummer 81 an den Start.

„Wir wollen wenigstens das Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr und kein drittes Terminal, einen Rückbau der Landebahn würde es wohl nur mit Rot-Rot-Grün geben“, meint Irmgard Beck von der BI Mainz-Laubenheim..

Einheitliche Regen-Overalls mit der Aufschrift „Fluglärm – Nein, danke!“ und überdimensionierte Ohrstöpsel kleiden die Zugteilnehmer wie Uniformen. „So repräsentieren wir die Masse der vom Fluglärm Betroffenen und werden als große Zahl wahrgenommen“, betont Bettina Appelt, Zugorganisatorin und Leiterin der Geschäftsstelle Fluglärm Mainz und Rheinhessen für ein lebenswertes Mainz und Rheinhessen. Hinzu kommt ein Marketenderwagen, gefüllt mit 300 Schokoriegeln, 2750 Kaustreifen, Ansteckern, Luftballons Aufklebern und zwei Kisten mit Kinderbastelsachen.

Zum dritten Mal sind die Bürgerinitiativen aus dem Rhein-Main-Gebiet dieses Jahr beim Mainzer Rosenmontagszug dabei, zusätzlich motiviert von den Plänen der Fraport für ein drittes Terminal. Wie man mit ordentlich Radau sein Grundbedürfnis nach Ruhe einfordert, haben sie bereits auf dem Montagsdemonstrationen im Flughafen geübt – nun geben sie sich lautstark und närrisch. Darunter auch der Frankfurter Zahnarzt Frank Berger: „Ich selbst wohne im Nordend, doch ich unterstütze die Freunde in Stadtteilen wie Sachsenhausen, die nachts wirklich leiden,“ erklärt er.

Feedback aus Hamburg

„Wichtig ist, dass wir über die Region hinaus wirken, positives Feedback aus Hamburg und hoffentlich auch aus München mit seinen Ausbauplänen bekommen“, betont Beck. Deshalb bescherten die Flughafengegner schon zur Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz“ den Politikern einen lautstarken Empfang. Das Thema wird im Theaterstück „Der Lärmkrieg“ von der ehemaligen Mainzer Stadtschreiberin Katrin Röggla thematisiert und ist noch bis Mitte März im kleinen Haus des Mainzer Staatstheaters zu sehen. Und auf der Rheinland-Pfalz Ausstellung vom 22. bis 30. März werden die Ausbaugegner mit ihrer schalldichten Lärmbox vertreten sein.

Die Rosenmontagskostüme sind inzwischen abgeholt, doch die Vorbereitungen noch nicht beendet. Denn während der neue Motivwagen bereits auf seinen Einsatz wartet, muss der alte noch hergerichtet werden: „Der Wagen muss entstaubt und von Vogeldreck befreit werden, außerdem bekommt der Michel über dem Mainzer Dom ein neues Schild in die Hand“, erklärt Appelt. Dass er mit seiner Schlafmütze und brummendem Blick Richtung Wiesbaden und Frankfurt sein Grundrecht auf Schlaf einfordert, versteht sich von selbst. „Denn beim Karneval kommen Spaß und Satire nicht zu kurz“, verspricht Appelt.

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