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Fluglärm im Rhein-Main-Gebiet: Fluglärmkommission wartet auf Vorschläge zur Lärmpause

Sie hat viel mitzureden, aber nichts zu entscheiden. Die Frankfurter Fluglärmkommission versteht sich als Akteur mit Einfluss, wenn es um Fluglärm geht. Zu der versprochen Lärmpause will sie aber erst etwas sagen, wenn Vorschläge auf dem Tisch liegen.
Terminal 2 des Flughafens in Frankfurt/Main. Foto: Andreas Arnold/Archiv Terminal 2 des Flughafens in Frankfurt/Main. Foto: Andreas Arnold/Archiv
Frankfurt. 

Die Frankfurter Fluglärmkommission (FLK) wartet auf Vorschläge zu der zugesagten zusätzlichen Lärmpause am Flughafen. «Die Frage ist: Lässt sich die Lärmpause so gestalten, dass sie der Bevölkerung Vorteile bringt?», sagte der Vorsitzende des Gremiums, der Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe (SPD), am Freitag. Ohne konkrete Vorschläge dazu werde es keine Stellungnahme der FLK geben. Und auch einem Probebetrieb werde die Kommission nicht um jeden Preis zustimmen, ergänzte der Flörsheimer Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD), ebenfalls Vorstandsmitglied der FLK.

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) will noch in diesem Sommer Ideen für eine längere Lärmpause vorstellen. Sie könnte dann vom Sommerflugplan 2015 an greifen. Das derzeit geltende Nachtflugverbot zwischen 23.00 und 5.00 Uhr genügt vielen Flughafenanwohnern nicht.

Insgesamt sieht sich die Fluglärmkommission als Akteur in allen Belangen des Fluglärmschutzes, seit sie vor zehn Jahren damit begann, eigene Vorschläge zu machen. Formal hat das Gremium, dem Gemeinden rund um den Flughafen, die Luftfahrtwirtschaft und das hessische Wirtschaftsministerium angehören, lediglich beratende Funktion. In den vergangenen Jahren hat die Kommission nach eigenen Angaben rund 80 Vorschläge zur Begrenzung des Fluglärms erarbeitet. Zahlreiche seien inzwischen umgesetzt, etwa regelmäßige Berichte über Lärmmessungen, höhere Anflugwinkel oder einen Ausgleich für betroffene Flughafenanwohner.

In der Kommission aus 40 ständigen Mitgliedern haben die Gemeinden mit 32 Vertretern eine überwältigende Mehrheit. Die Gegenspieler hätten inzwischen dazugelernt, sagte Jühe. Zur Deutschen Flugsicherung, die noch vor zehn Jahren der Kommission ein eigenes Vorschlagsrecht abgesprochen habe, sei das Verhältnis besser geworden. Dem Flughafenbetreiber Fraport bescheinigte er, intensiv an Verbesserungen zu arbeiten.

Zu Luftverkehrswirtschaft seien die Beziehungen «geschäftsmäßig», sagte Jühe. Der Generalsekretär des Airline-Verbands Barig, Michael Hoppe, sagte, in den vergangenen Jahren sei viel zur Reduzierung der Fluglärmbelastung erreicht worden. «Aber alles geht nicht.» In der Kommission werde auf allen Seiten dazugelernt.

Der Protest der Bürgerinitiativen habe die Arbeit der Kommission erleichtert, sagte Vorstandsmitglied Antenbrink. Allerdings trägt die FLK nicht alle Forderungen der Initiativen mit, etwa das nach Schließung der neuen Landebahn.

Die hessische Landesregierung würdigte die FLK als zentralen und verlässlichen Ansprechpartner in allen Fragen der Fluglärmminderung. «Die Fluglärmkommission war dabei immer an konkreten Verbesserungen interessiert, ohne die große wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens aus dem Blick zu verlieren», erklärten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Wirtschaftsminister Al-Wazir in Wiesbaden.

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