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Internet: Frankfurt wird ab Oktober zur Gigabit-City

Frankfurt wird ab Oktober die erste Stadt in Hessen, in der das superschnelle Gigabit-Internet verfügbar sein wird. Bis 2030 soll die Technik landesweit verfügbar sein, kündigte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) auf dem hessischen Breitbandgipfel in Frankfurt an. Die SPD vermisst hingegen eine klare Strategie beim Ausbau.
Atlanta bei Nacht Foto: Martin_Rütschi (Keystone_Press) In Frankfurt soll ab Oktober das sehr schnelle Gigabit-Internet verfügbar sein.
Frankfurt. 

Es ist eine stolze Runde, die auf dem hessischen Breitbandgipfel zusammentrifft. Auf der Veranstaltung wollten Politik und Wirtschaft am Mittwoch Wege und Möglichkeiten zum Ausbau der Internetversorgung in Hessen ausloten. Und tatsächlich verkündeten Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und der Chef des Kabelnetzbetreibers Unitymedia, Lutz Schüler, zu Beginn des Gipfels: Frankfurt wird Hessens erste Gigabit-City.

Ab Oktober 2018 sollen 90 Prozent aller Frankfurter Haushalte Zugang zu einer Internetversorgung mit bis zu 1 000 Mbit/s erhalten. Bis 2030 sollen alle hessischen Haushalte mit den dafür notwendigen Glasfaserkabeln versorgt sein. „Eine leistungsfähige Dateninfrastruktur ist unerlässlich für die wirtschaftliche Entwicklung, moderne Mobilität und soziale Teilhabe“, sagte Al-Wazir.

Zum Staatsziel erheben

Das Ziel einer flächendeckenden Internetversorgung genießt in Hessen eine hohe Priorität. Das Highspeed-Internet wird vor allem für die Technologien der Zukunft eine wichtige Rolle spielen, etwa für das autonome Fahren. Auch in der Wirtschaft wird die Geschwindigkeit des Internets immer wichtiger, für Ökonomiezentren wie Frankfurt ist der Ausbau des Netzes daher von großer Bedeutung. 30 Millionen Euro haben Land und Unitymedia in den letzten Jahren gemeinsam in das Glasfaserkabelnetz investiert. Zudem soll der Internetausbau im Herbst in die hessische Verfassung aufgenommen werden. „Wir wollen das zum Staatsziel machen“, so Al-Wazir. Dabei würden nicht nur Ballungsräume, sondern auch ländliche Regionen profitieren. Hierfür werde die Landesregierung weitere Fördermittel zur Verfügung stellen.

Frankfurt wird neben Bochum die einzige deutsche Stadt mit einem Gigabit-Angebot sein, 60 Prozent aller hessischen Haushalte verfügen zumindest über den langsameren Anschluss von 400 Mbit/s. Laut Al-Wazir verfügt Hessen damit über eine der besten Internetversorgungen in der Bundesrepublik. Diese gute Position im Bundesvergleich hängt jedoch nach Meinung von Experten mit dem schwachen Abschneiden der gesamten Republik zusammen.

Erst am Dienstag wurde Deutschland vom EU-Rechnungshof gerügt. Die Prüfer bemängelten, das EU-Ziel, bis 2025 in allen Mitgliedsstaaten Gigabit-Internetverbindungen anzubieten, sei in Deutschland „wahrscheinlich nicht zu verwirklichen.“ Auch Hessen bleibt mit seiner Zielsetzung, bis 2030 flächendeckende Highspeed-Verbindungen zur Verfügung zu stellen, hinter dem Zeitplan .

„Digitale Spaltung“

Trotz der guten Ausgangslage gehen der SPD die Pläne der schwarz-grünen Landesregierung nicht weit genug. Es gebe eine „digitale Spaltung zwischen städtischem und ländlichem Raum“, kritisierte Tobias Eckert von der SPD-Fraktion im hessischen Landtag. Es fehle eine klar erkennbare Strategie beim Ausbau des Glasfasernetzes. Fraglich bleibt jedoch, wie sinnvoll das Gigabit-Internet für Privatkunden heutzutage überhaupt ist. In Bochum etwa haben sich bis jetzt gerade einmal 100 Kunden für das mit 99,99 Euro teure Highspeed-Angebot entschieden. Umstritten ist auch, welche Technik zukunftsträchtig ist. Die deutsche Telekom setzt als Marktführer noch auf aufgerüstete Kupferkabel, das sogenannte Vectoring. Gerade diese Methode kritisierten aber jetzt die EU-Prüfer als wenig zielführend.

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