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Mehr als 1000 Beamte in Hamburg im Einsatz: G 20: So rüstet sich Hessens Polizei

Von Angespannte Lage vor dem G 20-Gipfel in Hamburg: Die Räumung des Protestcamps hat die Angst vor Gewalt geschürt. Hessens Innenminister warnt die Randalierer. Und schickt über 1000 Polizisten.
Symbolbild Foto: Arne Dedert (dpa) Symbolbild
Frankfurt. 

Kaum hat die Gipfelwoche begonnen, stehen sich Polizei und linke Aktivisten in Hamburg unversöhnlich gegenüber. Erste Tumulte hat es bereits am Sonntag gegeben, als die Polizei elf Zelte wegen eines von ihr verhängten Übernachtungsverbots entfernte. Heftigere Proteste werden aber erwartet, wenn die wichtigsten Regierungschef der Welt am Donnerstag zum G 20-Gipfel anreisen. Zehntausende Globalisierungsgegner haben sich parallel angekündigt, darunter 8000 gewaltbereite Linksextremisten.

Mittendrin stehen ab heute mehr als 1000 Beamte der hessischen Polizei. Sie sollen die Kollegen in Hamburg unterstützten, um „Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten“, wie der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) gestern sagte.

Beuth erwartet einen „kräfteintensiven Beitrag“. Dieser drückt sich schon in der langen Liste von Spezialausrüstung für den Einsatz aus. Hessen schickt Wasserwerfer, Taucher, Polizeiboote, Hubschrauber und sogar das einzige hessische Polizeiflugzeug „P 68 Observer 2“ an die Alster.

Hunderte Bereitschaftspolizisten sind dort im Einsatz. Zudem stellen hessische Polizeipräsidien Kräfte als Verkehrslotsen, für den Schutz von Hotelgästen oder für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ab. Aber auch Spezialeinheiten aus Hessen sind in der Hamburger Innenstadt verteilt, die vor allem terroristische Angriffe abwehren sollen.

Linksextreme mobilisieren

„Wir wollen Krawalle verhindern. Linken Gewalttätern darf es nicht gelingen, ihre Gewalttaten als vermeintlich legitimen Protest zu vermarkten“, warnte Hessens Innenminister Beuth. Ähnlich äußerte sich gestern Bundesinnenminister Thomas de Maizière: Gewalttätige Proteste stünden nicht unter dem Schutz der Versammlungsfreiheit, sagte der CDU-Politiker, der sich gestern persönlich in Hamburg über das Einsatzkonzept der Sicherheitsbehörden informierte.

Hamburg hat 29 Anmeldungen für offizielle Demonstrationen. Die linksextreme Szene mobilisiert bereits seit dem vergangenen Jahr für den Gipfel. Am gefährlichsten sind für die Polizei spontane oder nicht vorhersehbare Ereignisse, wie es beim Führungsstab der Einsatzkräfte in Hamburg heißt. Dazu zählen etwa gewalttätige Aktionen wie bei den Demonstrationen gegen die Europäische Zentralbank (EZB) 2015 in Frankfurt.

Gerade hessische Polizeibeamte blicken mit Schrecken auf die Ereignisse von damals zurück. „Das bewegt die Kollegen bis heute“, sagt Stefan Rüppel, stellvertretender Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Hessen. 150 Polizisten wurden bei den Ausschreitungen rund um die EZB verletzt, von denen einige noch immer nicht wieder dienstfähig sind.

Beamte aus Hessen, die damals in Frankfurt im Einsatz waren, sind auch in Hamburg im Dienst. „Wir hoffen natürlich, dass es nicht wieder aus dem Ruder läuft und dass die Beamten unverletzt zurückkommen“, fügt Gewerkschaftsvertreter Rüppel hinzu.

Auch hessische Politiker sind besorgt um die Sicherheit der Polizisten in Hamburg. Nancy Faeser, innenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, wie auch der FDP-Innenexperte Wolfgang Greilich erinnerten daran, dass es nach den Krawallen zur EZB-Eröffnung bei keiner der 150 Körperverletzungen gegen Polizisten zu einer Anklage kam. Faeser mahnte an, es müsse dieses Mal eine ordentliche Beweissicherung geben. Dies müsse Innenminister Beuth gewährleisten, mahnte sie.

Insgesamt sind in Hamburg rund 19 000 Polizisten im Einsatz. Dazu zählen Kräfte der Bundespolizei, des Bundeskriminalamts und Bereitschaftspolizisten aus anderen Bundesländern. Aus Thüringen kommen beispielsweise 450 Beamte. Nordrhein-Westfalen schickt 2200 Kollegen. Auch viele Beamte aus Rheinland-Pfalz sind dabei. Sie hatten sich über die „unzumutbaren Zustände“ in ihrem Quartier beschwert, weil in dem spartanisch eingerichteten, ehemaligen Containerdorf für Flüchtlinge unter anderem Türen verschlossen waren und sogar das Toilettenpapier fehlte. Daraufhin zogen die Beamten aus Rheinland-Pfalz noch einmal um.

Die hessische Beamten sind in Hotels untergebracht. Bisher habe es keine Beschwerden über ihre Unterbringung gegeben, heißt es. Seite 3

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