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Karambolagen im Straßenverkehr: Gefahr steigt: Mehr Unfälle mit Senioren

Von Die Verkehrsunfallstatistik für 2016 fällt erschreckend aus: Die Zahl der Karambolagen im Straßenverkehr ist so hoch wie seit 26 Jahren nicht mehr. Doch es gibt Licht und Schatten.
Foto: Matthias Hoffmann
Wiesbaden.  Wenn es auf Hessens Straßen kracht, sitzen immer häufiger ältere Fahrer am Steuer. Das belegt die Verkehrsunfallstatistik für 2016. Um die Sicherheit von Senioren zu verbessern, rät die Polizei zu Seh- und Hörtests und setzt auf Information. Am gefährlichsten aber leben die Motorradfahrer auf Hessens Straßen. Auf sie wartet eine Überraschung auf zwei Rädern.

Eine 84-Jährige am Steuer ihres Kleinwagens. Senioren, die Auto fahren möchten, müssen nach dem Willen von Verkehrsjuristen künftig regelmäßig zum Medizin-Test. Bild-Zoom Foto: Felix Kästle
Eine 84-Jährige am Steuer ihres Kleinwagens. Senioren, die Auto fahren möchten, müssen nach dem Willen von Verkehrsjuristen künftig regelmäßig zum Medizin-Test.
„Mehr Unfälle – weniger Getötete – mehr Schwerverletzte“, mit diesen Schlagworten bringt Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) die Ergebnisse der Verkehrsunfallstatistik auf den Punkt, die er gestern präsentiert hat. So sind bei Unfällen in Hessen im vergangenen Jahr 231 Menschen uns Leben gekommen, 13 weniger als im Vorjahr. Insgesamt haben die Statistiker jedoch mit 141 133 Unfällen rund 5500 mehr gezählt als 2015. Im Zweijahresvergleich ist das gar ein Plus von mehr als 10 000 Unfällen. Sorgen bereitet dem Minister zudem die wachsende Zahl an Schwerverletzten. Sie stieg um 26 auf 4789.

Deutlich gewachsen ist die Zahl der Unfälle mit Senioren. Bei den 65- bis 75-Jährigen war ein Plus von 13 727 auf 14 599 Fälle (sechs Prozent) zu verbuchen, bei Fahrern über 75 ein Plus von acht Prozent: Nach 9743 Unfällen 2015 waren es nun 10 531.

Am gefährlichsten ist das Fahren in Hessen auf der Landstraße, die Autobahnen hingegen sind am sichersten. Zu den häufigsten Unfallursachen zählen mangelnde Aufmerksamkeit zum Beispiel durch Handys am Steuer und zu schnelles Fahren. So lautet die gestern vorgelegte Bilanz von Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU).

Die hohe Zahl von 141 133 Unfällen im Jahr 2016 sei besorgniserregend. Der rasante Anstieg um rund 5500 Unfälle sei aber auch damit zu erklären, dass sich die Vorgaben für Leasingwagen geändert hätten: Bei diesen Fahrzeugen müsse inzwischen jeder Bagatellunfall der Polizei gemeldet werden.

Motorrad

Das höchste Unfallrisiko tragen Motorradfahrer. Für sie seien die Unfallfolgen am verhängnisvollsten. Zwar machen die Motorradunfälle mit rund 4080 nur einen kleinen Teil der Gesamtzahl aus – allerdings verunglückte von den 231 Unfalltoten im vergangenen Jahr jeder fünfte mit einem Motorrad. Die Ursache sei meist zu schnelles Fahren und gefährliche Überholmanöver.

Info: Definition der Unfallopfer

In der Polizeistatistik wird ein Zusammenstoß als „Unfall mit Getötetem“ gewertet, wenn mindestens ein Beteiligter vor Ort sein Leben verliert oder innerhalb von 30 Tagen an den Unfallfolgen

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Um die Raser auf zwei Rädern auf das hohe Risiko hinzuweisen, hat die hessische Polizei ein neues Zivilmotorrad mit Filmkamera angeschafft und Blitzanlagen, die auch das Kennzeichen hinten erfassen.

Zudem startet die Polizei am 22. April die Kampagne „Du hast es in der Hand“. Gemeint ist der Gashebel und die Überlebenschance. Im Rahmen dieser Kampagne richtet sich die Polizei mit einem Präventionsfilm vor allem an junge Fahrer.

Fahrrad

Schlechte Nachrichten gibt es auch für Fahrradfahrer: Nach dem Rückgang der Unfallzahlen 2015 war 2016 mit 345 zusätzlichen Unfällen ein Anstieg um 7,85 Unfälle zu verzeichnen. Die Zahl der Schwerverletzten habe sich zwar um 13 reduziert, es gab allerdings laut der Statistik fünf Tote mehr als im Vorjahr. Unfallursache sei hier oft eine falsche Fahrbahnnutzung gewesen.

Besonders gefährlich sei es außerdem mit Kopfhörern Fahrrad zu fahren, weil man Fahrzeuge um sich herum nicht höre, betonte Polizeipräsident Udo Münch.

LKW

Lkw waren 2016 an rund 14 Prozent aller Unfälle in Hessen beteiligt. Die Unfallzahl ist um 4,6 Prozent gestiegen. Zwar seien weniger Lastwagenfahrer verletzt worden, es habe aber mehr Tote (plus 5) und Schwerverletzte (plus 10) gegeben.

Die Hauptunfallursache sei zu geringer Abstand, aber auch die Nutzung von Handys und sogar Fernsehern am Steuer.

Kinder

Die Zahl der Unfälle mit Kindern ist im vergangenen Jahr etwa unverändert geblieben. Es wurden aber weniger Kinder verletzt (minus 5,4 Prozent).

Das waren 90 Kinder weniger als 2015. Erfreulich ist laut Münch auch, dass die Zahl der Schulwegunfälle 2016 mit 252 um 14,29 Prozent zurückgegangen ist.

Senioren

Deutlich gestiegen ist hingegen die Zahl der Unfälle mit Senioren. Zwar entspreche der Anteil der 65 bis 74 Jahre alten Fahrer an der Gesamtbevölkerung in etwa dem der Unfallopfer.

Der Anteil der Schwerverletzten und Getöteten sei aber überproportional hoch wegen der schlechteren Gesamtkonstitution der Senioren. Das betreffe noch stärker die Gruppe der über 75-Jährigen, berichtet Münch.

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