Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 8°C
3 Kommentare

Verkehr im Rhein-Main-Gebiet: Gefühltes Plus an Unfällen

Wieder und wieder ist von schrecklichen Unfällen mit Toten und Schwerverletzten auf Autobahnen zu hören. Alleine im August gab es im Rhein-Main-Gebiet 15 schwere Autounfälle auf den Autobahnen. Die Sorge um eine sichere Fahrt wächst. Doch nimmt die Zahl der Unfälle tatsächlich zu?
Rettungskräfte in Schutzanzügen sind am 1. August nach einem Unfall mit einem Gefahrguttransporter auf der Autobahn 5 bei Gießen im Einsatz. Ein Lastwagenfahrer war in Höhe des Gambacher Kreuzes mit seinem Laster auf einen Gefahrgut-Lkw aufgefahren. Foto: Jürgen Mahnke (Mahnke) Rettungskräfte in Schutzanzügen sind am 1. August nach einem Unfall mit einem Gefahrguttransporter auf der Autobahn 5 bei Gießen im Einsatz. Ein Lastwagenfahrer war in Höhe des Gambacher Kreuzes mit seinem Laster auf einen Gefahrgut-Lkw aufgefahren.
Frankfurt. 

„Tod auf dem Seitenstreifen – Baggerschaufel erschlägt 18-Jährigen, der nach einer Panne auf Hilfe wartete“ titelte diese Zeitung vor eineinhalb Wochen auf diesen Seiten. Einen Tag zuvor mussten wir an gleicher Stelle vermelden: „Tödlicher Unfall am Frankfurter Kreuz: Laster teilt Auto entzwei“.

Zwei Unfälle, die gruseln lassen. Bereits die Überschrift genügt, um Beklemmungen zu bekommen. Eigentlich möchte man gar nicht weiterlesen, tut es aber dennoch. Deshalb die beruhigende Nachricht vorneweg, um einer möglichen Paranoia vorzubeugen: Trotz der schweren Verkehrsunfälle, die sich im August auf Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet ereigneten, ist die Zahl der Unfälle nicht höher als sonst.

Das ergab eine Anfrage bei den Polizeipräsidien Westhessen, Mittelhessen, Frankfurt, Südhessen und Südosthessen. „Unfälle auf der Autobahn entfalten häufig eine höhere Medienwirksamkeit“, erläutert Chantal Emch, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Frankfurt. „Aufgrund der Unfallaufnahme, der Rettung, Bergung und Räumung der Unfallstelle müssen Autobahnen auch zur Sicherheit der Einsatz- und Rettungskräfte vor Ort oft voll gesperrt werden.“

Will heißen: Die Regelmäßigkeit, mit der die schweren Unfälle mit oft Kilometer langen Staus oder Autobahnsperrungen halbstündlich über die Verkehrsnachrichten vermeldet werden, kann unter Umständen den Eindruck verstärken, dass es auf hessischen Autobahnen vermehrt zu Unfällen kommt.

Gefahrenstelle Autobahn-Baustellen

Die zunehmende Verkehrsdichte auf Hessens Autobahnen macht auch Hessen Mobil zunehmend zu schaffen. Die obere Verwaltungsbehörde des Landes für das Straßen- und Verkehrsmanagement betreut die Bundesfern-,

clearing

„Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main ist die Anzahl der verunglückten Personen auf der Bundesautobahn im ersten Halbjahr 2017 bis einschließlich Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht zurückgegangen“, so die erste Zwischenbilanz von Chantal Emch. „Bis Ende August gab es vier tödliche Verkehrsunfälle auf den Autobahnen rund um Frankfurt.“

Gleiches hört man auch von der Autobahnpolizei Medenbach, die auf der A 3 von Limburg bis zum Mönchhof-Dreieck und auf der Autobahn 66 von Wiesbaden bis zur Anschlussstelle Hattersheim im Einsatz ist: „Es ist total ruhig in diesem Jahr. Bislang gab es bei uns noch keinen Unfall mit Todesopfern“, so die Rückmeldung der Pressestelle der Polizeidirektion Westhessen.

Auch das Polizeipräsidium Offenbach vermeldet für den östlichen Abschnitt der A 3, die A 45 und die A 66 für die letzten vier Wochen keine Häufung der Unfälle mit Personenschaden. Auch aus Südhessen ist nichts anderes zu vernehmen: „Der subjektive Eindruck steigender Unfallzahlen ist durch die schweren Ereignisse in jüngster Zeit verständlich“, teilt Bernd Hochstätter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Südhessen in Darmstadt mit.

Gemeint ist der tödliche Unfall am letzten Augustwochenende, als ein Autofahrer von einer Baggerschaufel bei Viernheim erschlagenen wurde, wie auch zwei tödliche Unfälle im Juni, die sich an einer neuen Baustelle auf der A 6 bei Viernheim ereigneten. „Dort sind Lastwagen ungebremst in das Stauende gefahren“, so Hochstätter. „Wir haben reagiert und lange vor der Baustelle Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt. Auch die verstärkten Kontrollen haben sich positiv ausgewirkt.“

Der leichte Anstieg bei der Gesamtzahl aller Unfälle im ersten Halbjahr 2017 auf den Autobahnen rund um Frankfurt ist nach Angaben des Polizeipräsidium Frankfurt zum Großteil auf Unfallfluchten auf Autobahnparkplätzen und Raststätten zurückzuführen. „Im Bereich der Baustelle am Krifteler Dreieck sind derzeit deutlich höhere Unfallzahlen festzustellen“, sagt Polizeipressesprecherin Chantal Emch. „Diese Unfälle stehen in direktem Zusammenhang mit der Baustelleneinrichtung sowie der angeordneten Geschwindigkeitsbegrenzung.“

Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse