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Geld für gestörtes Grillen

Am 21. Oktober wird die Landebahn Nordwest des Frankfurter Flughafens in Betrieb genommen – das wird vor allem die nördlich des Flughafens wohnenden Menschen beeinträchtigen. Ein Vertreter des hessischen Verkehrsministeriums kündigte nun erstmals finanzielle Entschädigungen für betroffene Bürger an.

"Es wird definitiv Entschädigungen für Menschen geben, die durch Fluglärm beispielsweise ihren Garten nur eingeschränkt nutzen können", gab Christian Langhagen-Rohrbach auf einer Veranstaltung des Umwelt- und Nachbarschaftshauses gestern bekannt. "Über die Höhe wird zeitnah entschieden." Bereits am Montag hatte das Kabinett eine neue Lärmschutzverordnung verabschiedet, durch die beeinträchtigte Bürger fortan Anspruch auf passiven Lärmschutz in Form von Isolierfenstern zugestanden wird – auf Kosten des Flughafenbetreibers Fraport.

"Die Schallschutzgebiete sind zu klein ausgefallen", kritisierte erneut Raunheims Bürgermeister Thomas Jühe (SPD), der zugleich Vorsitzender der Lärmschutzkommission ist, die Verordnung auf derselben Veranstaltung. Die Vorschrift lege fest, dass nur Bürger aus Regionen mit einer Lärmbelastung von durchschnittlich mehr als 65 dB sofort Anspruch auf passiven Lärmschutz haben; alle anderen, wie beispielsweise Bewohner Raunheims, müssen bis zu sechs Jahre warten.

In Anbetracht dessen wird von vielen Seiten ein Nachtflugverbot gefordert, doch diesem Wunsch erteilte Christian Langhagen-Rohrbach gestern abermals eine Absage. "Eine gewisse Anzahl an Nachtflügen ist einfach notwendig, um die Verkehrsfunktion des Frankfurter Flughafens als weltweites Drehkreuz aufrecht zu erhalten", betonte Langhagen-Rohrbach, der für Anfang 2012 mit einem rechtskräftigen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hinsichtlich der Klage der Landesregierung von 2007 rechnet.

Durchschnittlich 17 Nachtflüge sind künftig vorgesehen – Abweichungen soll es nur in Ausnahmefällen wie schwierigen Witterungsbedingungen geben. Die umstrittenen Nachtflüge sind bereits fast ausgebucht: Im Winterflugplan sollen zwischen 23 und 5 Uhr durchschnittlich 14,2 Starts und Landungen erfolgen. "Mehr als 19 Bewegungen in einer Nacht wird es aber definitiv nicht geben", bekräftigte Stefan Mauel von der Fraport AG.

Unterdessen werden noch bis Februar 2012 Maßnahmen zum aktiven Lärmschutz erprobt. Ende des Jahres soll auf der vier Millionen Euro teuren Landebahn Nordwest ein neuer Anfluggleitwinkel von 3,2 Grad zur Lärmminderung verbindlich werden. Thomas Jühe zeigte sich gestern mit der bisherigen Arbeit zufrieden: "An keinem anderen Standort setzt man sich so intensiv mit dem Thema Aktiver Lärmschutz auseinander."

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