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Landesberatungsstelle gefordert: Gemeinschaftlich Wohnen: Experten fordern mehr Unterstützung

Gemeinschaftliche Wohnprojekte gewinnen immer mehr an Attraktivität. Foto: Frank Rumpenhorst Gemeinschaftliche Wohnprojekte gewinnen immer mehr an Attraktivität.
Frankfurt/Main. 

Gemeinschaftliche Wohnprojekte werden aus Expertensicht in Hessen immer stärker nachgefragt und brauchen mehr Unterstützung. „Wir brauchen dringend eine gut ausgestattete Landesberatungsstelle”, sagte die Sprecherin des Netzwerks Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen, Birgit Kasper. Die Wohnform verlasse immer mehr ihre Nische und komme in der Mitte der Gesellschaft an. „Die Nachfrage übersteigt bei weitem das Angebot”, sagte auch die Sprecherin der Hessischen Fachstelle für Wohnberatung, Claudia Ulrich. Viele Menschen wollten im Alter nicht alleine Wohnen, immer mehr Familien wünschten sich mehr Zusammenhalt.

Nach Schätzung der Experten gibt es Hunderte gemeinschaftliche Wohnprojekt in Hessen. Die Palette reicht dabei von dem alternativen Kommunen-Dorf auf dem Land, Wohnblöcken für alle Generationen in der Großstadt bis zu reinen Seniorenprojekten. Allen gemein ist die Absicht, soziales Miteinander zu Fördern und einen Teil des Wohnraums sowie Talente zu teilen.

Für den Boom der Wohnprojekte gibt es aus Expertensicht verschiedene Gründe: Das klassische Reihenhaus verliere an Attraktivität, beobachtete Kasper. Obwohl neuer Wohnraum entstehe, hätten die Investoren mehr ihre Rendite als die Wünsche der Bewohner im Blick. „Was überwiegend gebaut wird, passt nicht zu den Bedürfnissen.”

Zudem beobachtet sie einen gesellschaftlichen Wandel, in dem Statussymbole zunehmen an Bedeutung verlieren und Menschen wieder mehr Gemeinschaft suchen. Diesen Trend gibt es laut Kasper deutschlandweit, Hessen habe bei den Wohnprojekten Nachholbedarf: „Bislang sind andere Bundesländer deutlich weiter als Hessen.” Hier konzentrierten sich die meisten Angebote noch auf die Großstädte: „Das könnte auch anders sein.”

(dpa)

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