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Verkehr im Rhein-Main-Gebiet: Großbaustelle Hessen: Straßen werden umfangreich saniert

Von Um die Sicherheit auf den hessischen Straßen zu erhöhen und Staus zu reduzieren, plant die Landesregierung ein umfangreiches Sanierungs- und Ausbauprogramm. Deutliche Verbesserungen werden aber noch einige Jahre auf sich warten lassen.
Symbolbild Foto: dpa Symbolbild
Wiesbaden. 

Wer auf der A 66 in Richtung Rheingau fährt, bekommt es schon jetzt zu spüren: Die Salzbachtalbrücke auf Höhe der Wiesbadener Sektkellerei Henkell ist so marode, dass dort ein Tempolimit gilt und Lastwagen im Stau 50 Meter Abstand voneinander halten müssen. Auf der Bergshäuser Brücke der A 44 bei Kassel musste Ende Januar gar ein Fahrstreifen dauerhaft gesperrt werden, um die Belastung der Brücke zu reduzieren.

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„Bei den Autobahnbrücken ist die Lage dramatisch“, erklärte gestern Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). „Es mussten bereits einzelne Fahrstreifen auf den Brücken gesperrt werden, weil die Statiker Alarm geschlagen haben. Unter der kompletten Lkw-Last wäre sonst nicht auszuschließen gewesen, dass die Brücke in absehbarer Zeit hätte komplett gesperrt werden müssen“, betonte der Minister. Die monatelange Not-Sperrung der Schiersteiner Brücke zwischen Wiesbaden und Mainz nannte er als mahnendes Beispiel.

Die Brücken aus den 60er und 70er Jahren seien einfach nicht auf die hohe Verkehrsdichte und das gestiegene Gewicht der Lkw ausgelegt. Deshalb müssten all diese Autobahnbrücken, die noch nicht saniert wurden, dringend an die Reihe kommen.

Die wichtigsten Projekte

Das Autobahnnetz in Hessen ist rund 1000 Kilometer lang, dazu kommen allein 3000 Kilometer Bundesstraßen. Welche Aus- und Neubauprojekte sollen bei den Autobahnen als erstes angegangen werden?

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Info: Die DEGES als Partner des Landes

Weil Hessen-Mobil als Straßenverkehrsbehörde des Landes die umfangreichen Sanierungsprojekte nicht alleine stemmen kann, hat sich das Verkehrsministerium für die DEGES als weitere Säule der Straßenbauverwaltung entschieden.

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Das größte Nadelöhr auf Hessens Autobahnen aber seien die Autobahnkreuze. „Wenn der Verkehr hier stockt, staut es sich schnell ins gesamte angrenzende Autobahnnetz zurück“, erklärt Al-Wazir. Deshalb sei beispielsweise der Umbau des Offenbacher Kreuzes Voraussetzung für einen Ausbau der A 3 auf diesem Streckenabschnitt. Auf der A 3 und der A 5 sei es ohnehin besonders eng, weil diese beiden Autobahnen neben ihrer hohen Frequenz durch Pendler auch als Transitrouten besonders belastet seien.

Aus diesem Grund stünden alle Autobahnkreuze im Rhein-Main-Gebiet ganz oben auf der Prioritätenliste des Ministeriums.

Grundlage für das Investitionsprogramm ist der Bundesverkehrswegeplan 2030, in dem der Bund festgelegt hat, welche Verkehrsprojekte auf den Bundesfernstraßen vorrangig bearbeitet werden sollen. Hessen hat nun seinerseits Schwerpunkte bis 2021 festgelegt. Dann geht die Verantwortung für die Fernstraßen an den Bund über. In den nächsten vier Jahren will Hessen die 55 wichtigsten der 92 Projekte aus dem Bundesverkehrswegeplan in Angriff nehmen. Die Investitionskosten übernimmt der Bund. Bis 2030 sind 8,2 Milliarden Euro veranschlagt, Al-Wazir rechnet damit, dass bis 2021 60 Prozent davon verbaut werden.

Die Planung muss Hessen allerdings weitgehend selbst finanzieren, der Bund erstattet nur drei Prozent der Planungskosten. Das Land habe die Planungsmittel im Haushalt schon in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht. Zusätzlich seien Bei Hessen Mobil im vergangenen Jahr 25 neue Stellen geschaffen worden. Im laufenden Jahr kämen zehn weitere Stellen hinzu. Es sei aber nicht leicht, genügend Straßenbauingenieure zu finden, gab der Minister zu bedenken.

Auf der Prioritätenliste des Ministeriums stehen auch 26 Autobahnparkplätze und Rastanlagen, die ausgebaut werden sollen, um zusätzliche Stellplätze für Lkw zu schaffen.

Die Umsetzung der ersten Großprojekte wird aber noch lange dauern. Die Planung des Umbaus der Autobahnkreuze etwa werde noch einige Jahre in Anspruch nehmen, räumte der Minister ein. Und auch bei einigen Ortsumgehungen sei die politische Willensbildung auf lokaler Ebene noch nicht abgeschlossen.

Eines aber sei klar: Es werde in den kommenden Jahren zu zahlreichen Behinderungen vor allem auf den Autobahnen kommen, kündigte Al-Wazir an. Anders sei ein solch riesiges Investitionspaket nicht umzusetzen. Er versprach aber, die Beeinträchtigungen für Autofahrer möglichst gering zu halten, indem die Zahl der Fahrspuren nur in Ausnahmefällen verringert werde.

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