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Fluglärm-Gegner am Flughafen: Grüner wird Fraport-Aufseher

Von Der Grünen-Abgeordnete Frank Kaufmann fiel in der Vergangenheit vor allem als Kritiker der Fraport AG auf, jetzt soll er im Aufsichtsrat über deren Geschicke wachen.
Das Logo des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport. Foto: F. Rumpenhorst/Archiv Das Logo des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport. Foto: F. Rumpenhorst/Archiv
Frankfurt.  Ausgewiesener Flughafen-Experte, aber auch erbitterter Gegner des Ausbaus des Frankfurter Airports – das ist Frank Kaufmann, seit 1995 für die Grünen im Hessischen Landtag und seitdem deren „flughafenpolitischer Sprecher“. Jetzt soll er in den Aufsichtsrat des Flughafenbetreibers Fraport einziehen.

Er wird neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden Karlheinz Weimar (CDU, früherer hessischer Finanzminister) und Lothar Klemm (SPD, Ex-Wirtschaftsminister) der dritte Vertreter des Landes in dem Gremium sein.

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Jörg-Uwe Hahn
Dies war zuvor Jörg-Uwe Hahn, bis Jahresbeginn Justizminister und FDP-Landesvorsitzender. Hahn hat nun angekündigt, sein Mandat zur Hauptversammlung am 30. Mai niederlegen zu wollen. Er habe sich dem Druck der neuen Landesregierung nicht länger widersetzen wollen, sagte Hahn. In der Tat drängte es die Grünen, als neuer Regierungspartner einen der ihren in den Aufsichtsrat zu entsenden. Doch mit den drei Genannten war das Kontingent des Landes, das 31,37 Prozent der Anteile an dem M-Dax-Unternehmen hält, ausgeschöpft. Vor allem seitens der CDU soll der Druck auf Hahn laut informierten Kreisen enorm gewesen sein, seinen Platz zu räumen. Offenbar sah sich die Union in der Pflicht, dem neuen grünen Partner einen zugesicherten Sitz im Aufsichtsrat zu verschaffen.

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Frank Kaufmann
Wobei die CDU dem Vernehmen nach der FDP zugesagt haben soll, nicht ausgerechnet den glühenden Ausbaugegner Kaufmann in den Rat zu entsenden. Doch die Grünen hätten Kaufmann durchgeboxt. Der neue Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir von den Grünen kam als „Genehmigungsminister“ nicht in Frage. Also lief es zwangsläufig auf Kaufmann hinaus, der quasi im Alleingang für die Flughafenpolitik der Grünen steht. Der Diplomphysiker war gegen den Bau der neuen Landebahn und des Terminals 3 und piesackte alle Vorgängerregierungen mit zahllosen „Kleinen Anfragen“ im Landtag, in denen er jede vermeintliche Verfehlung am Flughafen thematisierte.

Jetzt verpflichtet ihn das Aktiengesetz zum Wohle des Unternehmens zu handeln. Für Al-Wazir kein Problem: „Ich glaube, dass der Sachverstand, den Frank Kaufmann mitbringt, dem Unternehmen nur gut tun wird“, sagte er gestern.

Für Fraport bedeutet die Personalie zuallererst jedoch einen Bruch mit den selbst auferlegten Regeln guter Unternehmensführung. Eine sogenannte Corporate-Governance-Regel sieht vor, dass ein Aufsichtsrat bei der Wahl nicht älter als 65 Jahre sein darf und bei Mandatsende nicht älter als 70 Jahre. Kaufmann ist jedoch bereits 66 Jahre alt.

Fraport muss nach dessen Wahl laut einem Sprecher also eine öffentlich zugängliche Meldung abgeben, dass das Unternehmen gegen die eigene Verhaltensregelung verstößt.

 

Bilderstrecke Fluglärm: zwei Jahre Montagsdemos
Zwei Jahre gibt es die Nordwest-Landebahn am Flughafen Frankfurt. Doch der Protzest der Fluglärmgegner lässt nicht nach. Montag für Montag stehen sie im Terminal 1 und bekunden ihren Unmut mit Pfiffen und Parolen, so auch am 21.10.2013. Fotos: RüfferMahnwache am Terminal 1


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Rudolf Bahro spricht auf dem ersten Parteitag der Gürnen am 12. Januar 1980. Die dpa schrieb damals: "Die grünen, alternativen und bunten Gruppierungen in der Bundesrepublik haben am 13.01.1980 nach heftigen Auseinandersetzungen eine Bundespartei mit dem Namen 'Die Grünen' gegründet. Das Ziel, auf dem zweitägigen Parteitag in Karlsruhe eine 'umweltorientierte soziale basisdemokratische und gewaltfreie' Alternative zum 'Wachstumswahn' der großen Parteien zu schaffen, scheiterte aber am Zusammenbruch der Tagesordnung: Weder über den Programmentwurf wurde diskutiert, noch ein neuer Vorstand gewählt." Foto: dpaAuch Joseph Beuys war auf dem Parteitag am 12. Januar 1980. Foto: dpaDer Schriftsteller Carl Amery saß am 12.01.1980 gar auf dem Boden. Foto: dpa
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