E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 17°C

Forschung: Heimkehr mit Hindernissen: Was hilft Rotmilanen?

Etwa die Hälfte aller Rotmilane weltweit fliegt Deutschland an. Das ist ein Spitzenwert. Doch der Greifvogel kämpft mit Problemen. Was ihm helfen kann, untersuchen Marburger Forscher.
Rotmilan Foto: Boris Roessler (dpa) Am blauen Himmel zieht ein Rotmilan seine Kreise.
Marburg. 

20 Rotmilane sind Teil eines Forschungsprojekts der Marburger Philipps-Universität. Doktorandin Theresa Spatz und ihr Team untersuchen am Uni-Fachbereich Biologie, weshalb es immer weniger dieser Vögel gibt und was sich daran ändern ließe. Die Professorin Nina Farwig betreut das Projekt, gefördert wird es von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

Lange Reisen

Zu erkennen ist der streng geschützte Rotmilan an seinen vergleichsweise langen Flügeln und einem langen gegabelten Schwanz. Der Greifvogel liebt das Reisen. Die meisten Rotmilane aus Nord- und Mitteleuropa verlassen im Herbst ihre Brutgebiete und fliegen in wärmere Länder – vor allem nach Spanien. Im Frühjahr kehren sie zurück, meist nach Deutschland. Über die Hälfte des weltweiten Bestands brütet hierzulande.

Insgesamt gibt es weltweit etwa 20 000 bis 25 000 Brutpaare. Doch der Rotmilan ist gefährdet. Das liege vor allem daran, erklärt Biologin Spatz, dass sich der Lebensraum der Rotmilane komplett verändert habe, seit der Mensch massiv in die Natur eingreife. Beispielsweise würden in der Landwirtschaft vermehrt Düngemittel eingesetzt und Pestizide auf die Böden gebracht. „Viele moderne Feldfrüchte wachsen zu dicht, so dass der Rotmilan dort keine Nahrung mehr findet“, sagt die Forscherin. Natürliche Nahrungsquellen versiegten.

Dabei sind Rotmilane nicht wählerisch. Sie fressen gerne kleine Säugetiere, Singvögel und Aas, aber auch Fische, Amphibien oder Insekten. Ein weiteres Problem: Windenergieanlagen zerschneiden hier und dort die natürlichen Lebensräume der Vögel.

Diese Entwicklung macht auch Martin Hormann von der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland Sorgen. Das Ausmaß des Rückgangs lasse sich vermutlich erst in ein paar Jahren erkennen, sagt er. Noch sei nicht abzusehen, wie sich der veränderte Lebensraum auf das Brutverhalten der Tiere auswirke.

Um herauszufinden, wie sich die Tiere in dieser veränderten Umwelt zurechtfinden, welche Brutplätze sie anfliegen und wo sie Nahrung finden, hat die Marburger Forschergruppe ihre Vogelschar mit kleinen Sendern ausgestattet, die auf dem Rücken der Tiere angebracht sind. So lassen sich Flugrouten und Landeplätze genau verfolgen. Schon jetzt ist den Forschern klar: Um den Rotmilanen wieder einen guten Lebensraum zu bieten, müsste auf eine biologische Landwirtschaft gesetzt werden, auch Schutzzonen sollten eingerichtet werden.

Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen