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Reaktionen der Veterinärämter unterschiedlich: Hessen ächzt unter der drohenden Geflügelpest

Nachdem die Vogelgrippe Hessen erreicht hat, bangen Geflügelzüchter um ihre Tiere, der Frankfurter Zoo sieht sich gut vorbereitet und Behörden reagieren zum Teil mit strengen Auflagen.
Ein Schild weist auf den Sperrbezirk wegen Geflügelgrippe hin. Foto: Ingo Wagner Ein Schild weist auf den Sperrbezirk wegen Geflügelgrippe hin. Foto: Ingo Wagner
Frankfurt. 

Das Landwirtschaftsministerium reagiert auf den ersten hessischen Fall der Vogelpest mit einem regionalen Maßnahmenpaket. Wie dies umgesetzt wird, entscheiden die lokalen Veterinärämter. Ein Blick in die Region:

⋅ Die Vogelgrippe ist im Landkreis Groß-Gerau das bestimmende Thema. Von den 14 Gemeinden des Kreises stuft das Land Hessen lediglich vier nicht als Risikogebiet ein.

⋅ Gerade noch eine Genehmigung bekommen hat nach eigener Auskunft der Kleintierzuchtverein Bad Vilbel für seine Tierschau am heutigen Samstag und morgigen Sonntag. Gezeigt werden Hühner, Tauben und Kaninchen. Auch für das kommende Wochenende ist eine Geflügelschau in Bad Vilbel geplant. Ob sie stattfinden kann, hängt von der weiteren Verbreitung der Krankheit ab.

Stallpflicht besteht derzeit rund um den Biotop-Verbund Bingenheimer Ried rund um Echzell und Reichelsheim. Im Main-Kinzig-Kreis muss Geflügel ab Maintal in Richtung Nordosten der Kinzig folgend in den Stall.

Knapp 450 Puten, Enten, Hühner und Tauben sind an diesem Wochenende bei der Rassegeflügelschau in Limburg zu sehen. Die 88. Kreisschau ist von keiner Absage bedroht. Am gestrigen Freitag hat das Veterinäramt zwei Stunden lang die Ausstellungstiere kontrolliert – ohne auffällige Befunde.

Im Main-Taunus-Kreis gibt es bislang keine Fälle von Geflügelpest. Vorsorglich hat der Main-Taunus-Kreis aber eine Allgemeinverfügung erlassen: Darin wird eine Stallpflicht für Geflügel in Risikogebieten angeordnet.

Der Frankfurter Zoo ist nach Aussage von Zoodirektor Manfred Niekisch gut auf die Vogelgrippe vorbereitet: „Wir haben sofort, als klar war, dass die Vogelgrippe Deutschland erreicht, alle erforderlichen Maßnahmen getroffen.“ Wenn eine Aufforderung der Behörden eintreffe, würden Vögel, die wie Flamingos im Freien stehen, nach drinnen gebracht oder deren Gehege abgedeckt. Vor anderen Volieren könnten Wannen mit Desinfektionsmatten aufgestellt werden.

Im Frankfurter Stadtteil Schwanheim wurde eine für das Wochenende geplante Vogelschau abgesagt, da die Züchter die Auflagen der Behörden nicht erfüllen können. „Dazu gehörten Untersuchungen beim Tierarzt und tierärztliche Zeugnisse. Dafür war die Zeit zu knapp“, sagt Wolfgang Ahlemann, Vorsitzender des Kreisverbands der Frankfurter Rassegeflügelzüchter.

Im Kreis Offenbach müssen zum 21. November in gewässernahen Gebieten in Mühlheim, Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen Aufstallungsmaßnahmen erfolgen. Hiermit sollen Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänse vor Ansteckung geschützt, der Ausbreitung der Erkrankung vorgebeugt werden.

Auf dem Dottenfelderhof in Bad Vilbel leben rund 1000 Hühner in Freilandhaltung. Betriebsmeister Ansgar Vortmann rät zur Gelassenheit: „Es handelt sich um einen niedrig pathogenen Virus, der für Menschen keine Gefahr darstellt.“ Seuchenfälle habe es im Vogelzug immer gegeben. Daher sei präventives Einstallen der falsche Weg.

Nachdem die ersten Fälle in großen Zuchtbetrieben auftauchten, dürften nun nicht „die frei lebenden Hühner dafür bezahlen“. Tiere, die genug Platz und Zugang zum Freiland hätten, seien wegen ihres Immunstatus weniger anfällig für Krankheiten als Tiere aus Massentierhaltung. Ansgar Vortmann verweist zudem darauf, dass er seine Hühner ohne behördliche Anordnung nicht einsperren darf, ohne gegen die Bio-Verordnung zu verstoßen.

(kop,mov,ias)
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