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Schulleiter müssen viel lernen: Hessen qualifiziert Lehrer für Direktoren-Stellen

Von Sie sind Manager und Verwalter, Kassenwart und Teamleiter und – ganz nebenbei – auch noch Pädagoge: Die Anforderungen an Schulleiter sind in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Eine qualifizierende Ausbildung gab es bislang nicht. Das ändert sich nun.
Schulleiter gesucht Foto: Marius Becker (dpa) Neben einem Qualifizierungsprogramm gibt es auch einen reservierten Parkplatz für Schulleiter.
Wiesbaden. 

Wer in Hessen Schulleiter werden wollte, musste bislang „ins kalte Wasser“ springen. Vorbereitet wurden Lehrer, die Verantwortung übernehmen wollten, auf den Führungsjob nicht. Erst nach der Amtsübernahme wurden Fortbildungsmodule angeboten. Doch wer erstmal an der Spitze einer Schule steht, findet selten die Zeit, solche Angebote in größerem Umfang zu nutzen.

Künftig will Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) das drastisch ändern: Lehrer, die sich für eine Leitungsposition interessieren, können sich künftig für ein Qualifizierungsprogramm anmelden, das vom nächsten Schuljahr an landesweit eingeführt wird. Derzeit läuft ein Pilotprojekt mit 32 Teilnehmern, das als Vorbild dient.

Künftig sollen jedes Jahr 250 Lehrer die Chance bekommen, sich als künftige Schulleiter zu qualifizieren. „Es werden zwar durchschnittlich nur um die 150 Stellen im Jahr frei“, schränkt Minister Lorz ein, die Ausbildung sei aber auch für künftige Stufenleiter hilfreich.

Außerdem bestehe ja auch nicht jeder die hohen Anforderungen. So habe sich herausgestellt, dass sechs von 32 Pilotteilnehmern nicht für eine Leitungsposition geeignet seien. „Das heißt nicht, dass diese Personen nie mehr eine Chance bekommen“, betont der Minister. Manche Bewerber müssten vielleicht noch ein bisschen mehr Erfahrung sammeln oder sich persönlich weiterentwickeln. „Sie können sich später jederzeit wieder bewerben“, verspricht Lorz.

Förderschullehrerin Elvira Rauschenberg aus Bad Vilbel fand die Ausbildung sehr hilfreich. „Vieles kann ich als Stufenleiterin schon jetzt umsetzen“, berichtet sie. Und „Lust auf Leitung“ habe sie noch immer. Diese Erfahrung bestätigt auch Malte Luther, stellvertretender Schulleiter aus der Nähe von Marburg. „Wenn zum Beispiel ein Lehrer zum fünften Mal die Pausenaufsicht vernachlässigt hat, ist es wichtig ernsthaft, aber doch wertschätzend mit ihm darüber zu sprechen“. Dabei habe die Qualifizierung ihm auch schon in seiner jetzigen Position geholfen. Toll finden beide Teilnehmer des Pilot-Projekts auch das Netzwerk, das sie mit Kollegen aus anderen Schulformen aufbauen konnten. „Es war sehr hilfreich, auch mal über den Tellerrand hinauszublicken“, berichtet Luther. Vor allem habe ihm die Qualifizierung bei der Antwort auf die Frage geholfen: „Mach’ ich’s oder mach’ ich’s nicht?“. Seine Antwort lautet: „Ja“.

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