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Sicherheitskonzept angepasst: Hessentag startet heute in Rüsselsheim

Das Landesfest in Rüsselsheim bietet so viele Veranstaltungen wie keines davor. Auch für die Sicherheit sind mehr Polizeikräfte im Einsatz als zuletzt. Heute geht es los.
Heute startet der Hessentag in Rüsselsheim Heute startet der Hessentag in Rüsselsheim
Rüsselsheim. 

Groß, größer, am größten: Der Hessentag in Rüsselsheim bietet so viele Veranstaltungen und wird bunt wie noch nie. „Mit 1500 Veranstaltungen ist das Programm so umfangreich wie in keiner Hessentagsstadt zuvor“, sagt Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU). „Außerdem ist der Anteil der lokalen Vereine und Institutionen so hoch wie nie zuvor.“ Der Hessentag beginnt am heutigen Freitag und dauert zehn Tage. Rund eine Million Besucher sollen kommen. Veranschlagt sind Gesamtkosten von etwa 20 Millionen Euro.

Für die Sicherheit ist ein Großaufgebot geplant. Die Polizei will mit mehr Einsatzkräften vor Ort sein als bei den zurückliegenden Hessentagen. „Wir wollen eine große Präsenz zeigen – auch, damit wir in kürzester Zeit eingreifen können“, sagt Hauptkommissar Bernd Hochstädter vom Polizeipräsidium Darmstadt. Das Pfingstwochenende mit dem Terroralarm beim Festival „Rock am Ring“ und dem Anschlag in London habe die Sicherheitskräfte noch einmal sensibilisiert.

Anschläge analysiert

Der Hessentag hat das Motto „MAIN Rüsselsheim - UNSER Hessen“. Rüsselsheim liegt am Main, die Stadt will auf diese Naherholung besonders hinweisen. Es ist das 57. Landesfest, das erste war 1961 in Alsfeld. Die Veranstaltung bietet Tradition und Moderne, Unterhaltsames und Informatives. Angekündigt sind die Rock-Legenden Scorpions, Peter Maffay und der Geiger David Garrett.

Für ihr Sicherheitskonzept hat die Polizei Terroranschläge analysiert. So sollen Fahrzeuge nicht unkontrolliert auf das Gelände kommen. Stichprobenartig sollen auch Taschen und Rucksäcke überprüft werden. Bei großen Veranstaltungen wie etwa Konzerten sind laut Stadt Rucksäcke, große Taschen und Selfie-Sticks ganz verboten. Bei Diebstählen, Übergriffen, Streitereien oder auffälligen Gegenständen sollten sich Besucher sofort an die Polizei wenden, sagt Hochstädter. Wie immer gebe es zentral auf dem Landesfest eine Polizeiwache. Der Hessentag solle trotz aller theoretischen Gefahr aber „ein Volksfest“ werden. „Die Bürger sollen unbeschwert feiern können. Es gibt auch keine konkrete Gefährdungslage für den Hessentag.“

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Über die Kosten des jährlichen Landesfests gibt es immer wieder Diskussionen. „Das Investitionsvolumen für die Infrastrukturmaßnahmen umfasst zehn Millionen Euro“, erklärt OB Burghardt die Verteilung der angepeilten 20 Millionen Euro. Das Land gibt 6,5 Millionen Euro dazu, den Rest bezahlt Rüsselsheim.

Für das Fest selbst bekommt die Stadt vom Land 3,5 Millionen Euro. Geld komme auch noch von Sponsoren und Eintritten. Ein mögliches Defizit muss die Kommune zahlen – sie ist der Gastgeber. Burghardt sieht für Rüsselsheim aber auch entscheidend Positives: „Ohne diese immense Förderung des Landes hätte die Stadt wesentliche Baumaßnahmen in der Innenstadt nicht oder wesentlich später erst stemmen können.“

Schon vor dem eigentlichen Hessentag haben sich die Finanzplanungen verändert. „Zu Beginn sind wir von einer schwarzen Null ausgegangen“, sagt der Oberbürgermeister. „Allerdings hat sich die Sicherheitslage zunehmend verschärft, so dass neue Kosten für Maßnahmen wie 24 Stunden-Service an den Verkehrskontrollstellen, zusätzliche Security und Rettungsdienste oder Betonpoller entstanden sind.“

Die Kosten für Sicherheit hätten ursprünglich bei 1,6 Millionen Euro gelegen, Mitte Mai aber schon bei 2,9 Millionen Euro. „Wo wir am Ende rauskommen, wissen wir noch nicht.“

Zu den Kritikern der Hessentage zählt der Bund der Steuerzahler. „Der Hessentag ist mit Abstand das größte und teuerste Landesfest in Deutschland“, meint Clemens Knobloch vom Steuerzahlerbund Hessen. Andere Landesfeste dauerten oft lediglich drei Tage und nicht zehn, müssten zudem mit einem Budget von zwei Millionen Euro auskommen.

Hessens Etat müsse für alle Landesfeste zusammen jährlich auf zehn Millionen Euro begrenzt werden, also etwa auch einschließlich der Landesgartenschau. 2018 gebe es wieder eine Landesgartenschau, geplant in Bad Schwalbach – und damit gleich zwei große Landesfeste im Jahr. „Warum kann man das nicht kombinieren?“, fragt Knobloch.

Die veranstaltenden Hessentagskommunen hätten stets mit einem Defizit zu kämpfen. „Das Minus beträgt im Durchschnitt rund 5,5 Millionen Euro“, sagt Knobloch. „Das wird auch dieses Jahr so sein.“

Den Abschluss des Hessentages in Rüsselsheim bildet am Sonntag, 18. Juni, der traditionelle Festzug: Rund 170 Zugnummern sind geplant. Er soll 2,4 Kilometer durch Rüsselsheim ziehen, dreieinhalb Stunden lang. Auch die nächsten Ausrichter stehen schon fest: 2018 ist Korbach dran, 2019 Bad Hersfeld.

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