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Saisoneröffnung in Griesheim: Hessischer Spargel: "Die Qualität ist super"

Von Spargelgenuss aus der Region ist mittlerweile von April bis Juni möglich. Gestern wurde die Saison in Hessen mit Landwirtschaftsministerin Priska Hinz offiziell eröffnet. Manche sehen diese Entwicklung auch kritisch.
Priska Hinz sticht Spargel Foto: Boris Roessler (dpa) Ministerin Priska Hinz beim Spargelstechen
Griesheim. 

Viele Monate Vorbereitungszeit liegen hinter Spargelbauer Bodo Mönich. Das Unternehmen in Griesheim bei Darmstadt, ein Familienbetrieb, führt er in der zweiten Generation. Spargelanbau bei den Mönichs – das ist kein Unkraut jäten im Gemüsegärtchen mehr, sondern mittlerweile ein Hochleistungsjob. Es wird das ganze Jahr gebuddelt und gedüngt, die Pflanzenkulturen werden mit Plastikfolie abgedeckt, um sorgfältig die Temperatur stabil zu halten. Nichts wird dem Zufall überlassen. Doch am Ende musste dieses Jahr alles ganz schnell gehen. Der Winterfrost gab den Boden frei, die Sonne schickte die ersten Strahlen und schon schoss das Gemüse in die Höhe. So früh wie noch nie seit 1996, der ersten „offiziellen“ Spargelsaisoneröffnung, die gerne von viel Tam-Tam mit Honoratioren aus Landwirtschaft, Politik und Presse begleitet wird. Was tun? Der Eröffnungstermin wurde zwei Wochen nach vorne verlegt.

Reichlich auf dem Tisch

So kam es, dass die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Die Grünen) gestern – Anfang April – auf dem Hof der Mönichs im eigens dafür eingerichteten Festzelt vor aufgestapelten weißen Stängeln in die Kameras sprach: „Spargel ist unsere wichtigste Gemüsekultur“, um kurz darauf wieder Platz zu nehmen und das erntefrisch zubereitete Freilandgemüse mit reichlich Hollandaise gleich zu probieren.

Der Spargel schmecke übrigens besser als im vergangenen Jahr. „Die Qualität ist super. An Ostern haben alle reichlich Spargel auf dem Tisch“, jubelt Rolf Meinhardt, Vorsitzender des Arbeitskreises Spargel in Südhessen. Das liege nicht nur an der Klimaveränderung, sondern auch an der ganzjährig fürsorglichen Betreuung der Felder und der Plastikfolientechnik sowie an den frühen Spargelsorten, die mittlerweile zum Einsatz kämen.

Dass die Saison immer früher beginnt und drei Monate dauert, sehen Erzeuger und Verbraucher natürlich gerne. Es gibt aber auch Kritik. „Spargel sollte wie alle Gemüse- und Obstsorten am sinnvollsten und in aller Regel ökologisch vorteilhafter der Jahreszeit entsprechend produziert und gehandelt werden, anstatt die Saison künstlich und mit hohem Energieaufwand vorzuziehen“, sagt Michael Rothkegel, Geschäftsführer des BUND-Landesverbandes Hessen. „Die Folien müssen hergestellt und verlegt werden, was mit Energieverbrauch verbunden ist.“

Spargelbauern verweisen darauf, dass die Folien mehrere Jahre lang verwendet werden können und anschließend recycelt werden. Auch die Landwirtschaftsministerin will diese Kritik an der Spargelfolie nicht so stehen lassen. „Es muss zwar beachtet werden, welche Auswirkungen es auf die Biodiversität gibt“, sagte Hinz. „Allerdings ist es auch notwendig, dass man der Landwirtschaft den Platz gibt und lässt.“ Dafür erntete sie wiederum viel Applaus. „Die Zunahme im Bioanbau zeigt, dass die Landwirte auf die wachsende Nachfrage nach Biospargel reagieren“, so Hinz weiter. Der Spargelpreis war anfangs noch hoch und lag bei rund 17 Euro pro Kilo, wird aber weiter sinken.

Keine Verstöße

Ohne Saisonarbeitskräfte aus Rumänien, Polen, Bulgarien oder Kroatien wäre dies alles nicht zu stemmen. Allein für die Spargelernte kommen jährlich über 50 000 Menschen nach Deutschland. Rund 300 davon auf den Hof der Mönichs. Sie erhalten den Mindestlohn von 8,60 Euro pro Stunde und eine Prämie für besonders gute Leistung auf dem Feld. Die meisten Bauern halten sich auch daran. Bei Kontrollen durch den Zoll sind bislang so gut wie keine Verstöße festgestellt worden, heißt es von Behörden.

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