Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 20°C

Hessnatur-Belegschaft will Verkauf weiterhin verhindern

Beim Naturmode-Versender Hessnatur regt sich weiterhin Widerstand gegen den Verkauf an den Schweizer Finanzinvestor Capvis. Der Betriebsrat befürchtet, dass sich Kunden abwenden könnten.
Butzbach. 

In einem offenen Brief fordert der Betriebsrat des Unternehmens mit rund 330 Mitarbeitern den Investor auf, vom Kauf zurückzutreten.

Es sei bereits im Jahr 2010 beim gescheiterten Verkauf an den Investor Carlyle deutlich geworden, dass ein Finanzinvestor nicht der passende Gesellschafter für Hessnatur sei. Zweifelten die Kunden am Markenkern und den Unternehmenswerten, werde dies zu Kundenverlusten, massiven Umsatzeinbrüchen und mittelfristig zur Gefährdung des ganzen Unternehmens führen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Brief.

Das hochprofitable Öko-Handelshaus im hessischen Butzbach mit einem Jahresumsatz von zuletzt 72 Millionen Euro gehörte bislang unter dem Dach der Primondo-Gruppe zum untergegangenen Reich des insolventen Mischkonzerns Arcandor. Der Erlös soll die Betriebsrenten der Karstadt-Quelle-Pensionäre sichern.

Kunden und Beschäftigte von Hessnatur haben sich unter Führung des Hessnatur-Betriebsratschefs Walter Strasheim-Weitz in der Genossenschaft hnGeno zusammengeschlossen, die selbst an der Übernahme von Hessnatur interessiert ist. Sie befürchten unter einem Finanzinvestor einen Werteausverkauf und maximale Profitorientierung des ökologisch orientierten Unternehmens. Im Internet drohen Kunden mit einem Boykott.

Sowohl der Verkäufer Primondo Speciality Group (PSG) wie auch Capvis als Käufer haben betont, dass der Kaufvertrag abgeschlossen und für beide Seiten bindend sei. "Es gibt keine Ausstiegsklausel", machte Capvis-Sprecher Thomas Rentschler am Mittwoch noch einmal deutlich.

Capvis bekannte sich erneut zum Geschäftsmodell wie auch zu den ökologischen und sozialen Standards von Hessnatur. Man wolle auch sämtliche Standorte unangetastet lassen, versicherte der Investor. Nur eins ist auch klar: "Wir machen keinen Hehl daraus, dass wir auch Hess-Natur irgendwann - üblicherweise in fünf bis zehn Jahren - wieder verkaufen", sagte Rentschler der Berliner "Tageszeitung".

(dpa)
Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse