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Restaurants präsentieren regionale Gerichte: Hier können Sie Rheinhessen genießen

Von Rheinhessen lockt zur kulinarischen Entdeckungstour: Bei "Rheinhessen genießen" servieren 17 Restaurants regionale Küche von bodenständig bis Sterneküche.
Landschaft im Frühling Foto: Robert Dieth www.dieth.com (Rheinhessenwein e.V.) Rheinhessen ist berühmt für herrliche Weine und sonnige Hänge. Doch die Region hat auch eine exzellente Küche zu bieten.
Mainz. 

„Der freundliche Rheinhesse“, sagt der Gast aus Frankfurt verdutzt, „verkauft seinen Federweißer auch des Nachts.“ Ein kleiner Verkaufsstand mitten in Rheinhessen, beleuchtet nur von einer Kerze, neben den Federweißer-Flaschen steht eine kleine Kasse – bitte selbst bezahlen. Genuss in Rheinhessen, das muss einfach zu jeder Tages- und Nachtzeit sein. Wir sind in Jugenheim, mitten in Rheinhessen, und nachts sind hier zwar alle Häuser grau, doch hinter den Türen wartet warme Gastfreundschaft.

Und exzellentes Essen: Ragout vom Wildschwein mit Speckknödeln steht dampfend vor uns auf dem Tisch. „Das Wildschwein beziehen wir von einem Jäger privat“, sagt Michael Knöll, Chef des Weedenhofs. Pasteten, Rückenfilet, Ragout, „wir verarbeiten das ganze Tier, um nichts wegzuschmeißen.“ Das Ragout ist in einer Rotweinsoße geschmort, natürlich, dazu serviert der Hausherr einen 2014er St. Laurent, ein samtiger, runder Rotwein. „Rheinhessen hat ja viel zu bieten, gerade in der Verbindung mit Wein und Essen“, sagt Michael Knöll, der den Weedenhof schon seit 17 Jahren führt. „Wir sind hartnäckig“, sagt er und lacht.

Reh oder Landhuhn

Rheinhessen genießen – das ist das Motto einer aktuellen Aktion der Gebietsweinwerbung Rheinhessenwein. 17 Restaurants präsentieren dabei noch bis Mitte November ein spezielles Gericht mit Zutaten aus der Region, gepaart mit hervorragenden Weinen. Da gibt es Blutwurststrudel oder Wackernheimer Regenbogenforelle, Wingertsreh oder Woi-Hinkelsche – also Landhuhn in Rieslingrahm.

„Wir haben die Gastronomen aufgefordert, rheinhessische Küche mal anders und mit regionalen Produkten zu kochen“, erzählt Alexandra Wollesen von Rheinhessenwein, „das war gar nicht schwer, denn die machen das ohnehin alle schon.“ Authentisch und ehrlich seien die Rheinhessen, sagt Wollesen, genauso sei auch die Küche. Regionale Küche, das heißt schon lange nicht mehr nur Handkäs und Blutwurst: Immer mehr deutsche Spitzenköche kommen aus Rheinhessen oder lassen sich hier bewusst nieder.

Da ist etwa Eva Eppard, Küchenchefin im Restaurant Kupferberg und in der 100-Guldenmühle in Appenheim, eines der großen weiblichen Kochtalente Deutschlands. Eppard zaubert eine feine Sülze vom Tafelspitz oder eine Interpretation vom Schwartenmagen, das Schwein dazu stammt von der Landmetzgerei Hellmeister in Gau-Algesheim. Michael Knöll wiederum holt seine Kräuter bei Stein’s Kräuter in Mainz-Gonsenheim.

„Das Wichtigste ist der Geschmack“, erklärt uns dort Hausherr Michael Stein. Seit 1924 bauen sie hier im Gonsbachtal oberhalb der Mainzer Innenstadt Gemüse und Kräuter auf sechs Hektar Fläche an. Die Möhren sind eine alte Sorte, „Gonsenheimer Treib“, eine eigene Wildkräuter-Salat-Mischung hat Stein entwickelt. Vogelmiere, Melde, Blutampfer und Chrysanthemen, alles baut er selbst an. „Der Wahnsinn hat einen Namen“, sagt Stein schmunzelnd, und erzählt, es seien die Gourmetköche, die Schuld seien: „Die Spitzenköche haben uns immer mehr gefordert.“

„Ich kaufe vorwiegend selbst ein“, erklärt uns Rolf von der Heide, Küchenchef in der Dohlmühle in Flonheim. Im ehemaligen Weinkeller tafeln die Gäste im edel-rustikalen Ambiente, Winzer Ingo Stütz – mitten in der Weinlese – erklärt uns bei Bäckchen und Filet vom Schwein in Dornfelder-Rosmarinsauce, dass der neue Jahrgang 2016 großartig wird.

Land der tausend Hügel

Quer durch Rheinhessen geht es zurück nach Mainz, „Rheinhessen genießen“ lädt auch dazu ein, das Land der tausend Hügel noch mal ganz neu zu entdecken. Manche Gäste versuchten gar, alle 17 Restaurants zu schaffen, erzählt uns von der Heide, und viele kämen von der hessischen Seite.

„Na, hat’s geschmeckt? Was gab’s denn?“, fragt uns Philipp Stein, als wir die Mainzer Favorite betreten. Unseren Nachtisch nehmen wir beim jüngsten Sternekoch Deutschlands, Stein hält mit gerade 26 Jahren schon seit zwei Jahren einen Michelin-Stern. Seine „Variation von der Zwetschge“ mit Malzbiereis ist ein wahres Gourmet-Gemälde. Die Zwetschgen kommen vom Cousin aus Mainz-Finthen, doch die Komposition ist internationale Spitzenklasse. Ab kommender Woche stehe ein komplettes Rheinhessen-Menü auf der Karte, verrät uns Stein noch. Spitzenküche trifft regionale Bodenständigkeit – Rheinhessen genießt noch bis zum 15. November den Herbst.

 

Adressen unter www.rheinhessen.de/
rheinhessen-geniessen

 

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