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RMV sieht Handy-Tickets als Erfolgsmodell: Immer mehr Fahrgäste setzen aufs elektronische Ticket

Zwar machen Smartphone-Tickets nur etwa drei Prozent der verkauften RMV-Fahrkarten aus. Doch bei 735 Millionen Fahrten im vergangenen Jahr kommt da einiges zusammen. Nun wurde das zehnmillionste Handy-Ticket gekauft - Tendenz steigend.
Ein Mann hält am 06.02.2017 in Frankfurt (Hessen) sein Smartphone, auf dessen Bildschirm ein sogenanntes Handy-Ticket zu sehen ist. Foto: Roland Holschneider (dpa) Ein Mann hält am 06.02.2017 in Frankfurt (Hessen) sein Smartphone, auf dessen Bildschirm ein sogenanntes Handy-Ticket zu sehen ist.
Frankfurt.  Der Anteil der Fahrgäste, die auf den «Fahrkartenautomaten in der Hosen- oder Jackentasche» setzen, nimmt deutlich zu. Allein 2016 stieg der Absatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 19 Prozent auf über 2,62 Millionen Tickets. Die Zahl der Nutzer, die in sechs Monaten mindestens ein Handy-Ticket gekauft hatten, wuchs nach RMV-Angaben von Dezember 2015 bis Dezember 2016 sogar um rund 24 Prozent auf fast 100 000 Fahrgäste. Nun wurde das zehnmillionste Handy-Ticket gekauft.

Mittlerweile sind Handy-Tickets überall in Deutschland anzutreffen. Als der RMV im Jahr 2007 die Digitalisierung einführte, war er nach Angaben von Geschäftsführer Knut Ringat einer der ersten und der größte der Verkehrsverbünde, die auf das neue Format setzten. «Dadurch, dass wir die ersten waren, hatten wir auch die Chance, viel mitzugestalten», sagt Ringat.

Das Bundesverkehrsministerium sucht derzeit nach einer bundesweiten vernetzten Lösung für elektronische Tickets. Damit sollen unter anderem regionale «Insel-Lösungen» vermieden werden, die nicht mit anderen Verbünden nutzbar sind. Der RMV ist mit mehreren Projekten beteiligt.

«Wir müssen die Digitalisierung und die Vernetzung in diesem Bereich voranbringen», sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im Januar über die elektronischen Fahrkarten. «Dazu brauchen wir deutschlandweit nutzbare Mobilitätsplattformen, die überregional und länderübergreifend Fahrgastinformationen verknüpfen und die Buchung von eTickets ermöglichen.»

«Ziel ist es, über einheitliche Standards ein deutschlandweit kompatibles System zu schaffen», sagt Ringat. «Es geht jetzt nicht darum, dass 16 Verkehrsverbünde was Eigenes machen und man dann immer an den Verbund- oder Bundeslandgrenzen scheitert.» Für Kurzentschlossenen hat der Fahrkartenkauf per Handy offensichtliche Vorteile - abgesehen vielleicht für diejenigen, die sportlichen Zeiten nachtrauern: Raus aus S-Bahn oder Bus, schnell das Ticket für die neue Verbindung kaufen und entwerten und dann zurücksprinten.

Schwarzfahrer sollten dagegen nicht darauf hoffen, im Falle einer Kontrolle mit dem schnellen Fahrkartenkauf einem Bußgeld entgehen zu können. «Wir haben natürlich Möglichkeiten, Schwarzfahrer zu erkennen», versichert Ringat. Immer wieder gibt es findige Fahrgäste, die ein Ticket erst lösen, wenn sie die Kontrolleure sehen.

Dem hat der RMV 2013 einen Riegel vorgeschoben: So läuft nach dem Ticketkauf ein unsichtbarer Countdown von zwei Minuten ab, den der Kontrolleur mit seinem Prüfgerät auslesen kann. So wird der Schummelversuch sichtbar.

Im Übrigen soll sich das Handy-Ticket nicht nur dem veränderten Nutzungsverhalten vieler Menschen anpassen, für die das Smartphone unverzichtbarer Begleiter im Alltag ist. Das Ticket bietet zusätzliche Möglichkeiten, für die der klassische Fahrkartenautomat technisch nicht ausgerüstet ist.

Über die App können etwa Verbindungen in Echtzeit angezeigt werden - also mit aktuellen Informationen über eventuelle Verspätungen oder Ausfälle. Auch Anschlusswege können leicht auf dem digitalen Stadtplan erkundet werden. In Zusammenarbeit mit Partnern bietet die App des Verkehrsverbundes zudem Zusatzangebote, sagt Ringat. So könnten schon jetzt Mietfahrräder angemietet und Carsharing-Angebote gebucht werden.

(dpa)

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