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Verkehr: Immer mehr internationale Hochgeschwindigkeitszüge fahren ab Frankfurt

Von Beim Blick auf den Fahrplan ist Fernweh programmiert: Amsterdam, Brüssel, Budapest, Chur, Marseille, Moskau, Paris, Warschau, Wien und Zürich lauten die Endstationen, die von Frankfurt aus mit Direktzügen angesteuert werden. Zum Fahrplanwechsel kommt nun auch Mailand dazu. Der neue Fahrplan 2017 / 2018 verspricht auch sonst viel Neues.
Foto: Pieren Ab Dezember 2017: Hochgeschwindigkeitszug Frankfurt – Mailand der schweizerischen und italienischen Staatsbahn auf der Gotthard-Rampe.
Frankfurt. 

Ein kaum wahrnehmbares Flackern der Innenbeleuchtung im ICE 9554 von Frankfurt nach Paris markiert die deutsch-französische Grenze irgendwo hinter Saarbrücken. Wenig später beschleunigt der ICE auf Tempo 300 km/h und rauscht ohne Halt durch bis in die französische Hauptstadt.

Das letzte Zugabenteuer: Mit dem Schlafwagen nach Moskau

Heute entscheiden Tempo und möglichst schnelle Fahrzeiten über die Wahl des Verkehrsmittels. Hochgeschwindigkeitszüge machen das Rennen, gemütliche Zugreisen gehören der Vergangenheit an.

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In deutlich weniger als vier Stunden fährt man heute mit dem Paradezug der Deutschen Bahn (DB) oder dem französischen Pendant, dem TGV (Train à grande vitesse), vom Main an die Seine. Seit zehn Jahren verbinden Hochgeschwindigkeitszüge die beiden Metropolen. Vier Mal täglich fahren Züge über Saarbrücken nach Paris. Zwei weitere Zugpaare verkehren über Mannheim und Strasbourg nach Paris – und wieder zurück.

Für einen kurzen Moment

„Für einen kurzen Moment wird an der Grenze die Stromversorgung des Zuges unterbrochen, weil es im deutschen und französischen Eisenbahnnetz zweierlei Stromsysteme gibt“, erklärt Frank Hoffmann, Geschäftsführer der Alleo GmbH, das Lichtflackern im Zug. „An der Grenze senkt sich während der Fahrt der Stromabnehmer für das DB-Netz während sich zeitgleich der französische Stromabnehmer zur Oberleitung hebt.“

Die Alleo GmbH ist das vor zehn Jahren gegründete Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Bahn und der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF für den Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Frankfurt sowie Stuttgart und Paris.

„In den zurückliegenden zehn Jahren sind 16 Millionen Fahrgäste im ICE und TGV auf der neuen französischen Schnellbahnstrecke nach Paris gefahren“, sagt Hoffmann. „Seit Einführung der ICE und TGV sind die Fahrgastzahlen von und nach Paris um über 60 Prozent gestiegen.“

Die Züge sind zu Zweidritteln ausgelastet. Das ist mehr als im innerdeutschen ICE-Zugverkehr. Seit Eröffnung einer weiteren Hochgeschwindigkeitsstrecke in Richtung Mittelmeer im März 2012 fährt sogar ein Doppelstock-TGV (EuroDuplex) von Frankfurt nach Marseille.

In weniger als vier Stunden fährt man seit nunmehr 15 Jahren auch im ICE International von Frankfurt nach Amsterdam. Brüssel erreicht man von Frankfurt aus mit dem ICE in etwas mehr als drei Stunden.

Eine Reisedauer von weniger als vier Stunden gilt im Zugverkehr als magische Grenze, ab der Reisende vom Flugzeug auf die Bahn umsteigen. Im Dezember kommt auf die Kunden der DB die größte Fahrplan-Umstellung der letzten Jahrzehnte zu. Grund ist die Eröffnung der neuen Schnellfahrstrecke zwischen Berlin und München.

An sie werden nahezu alle Fahrpläne für Anschlusszüge angepasst. Auch Frankfurt am Main wird davon profitieren, verspricht Bahnchef Richard Lutz. So soll künftig alle halbe Stunde ein ICE von Frankfurt aus nach Berlin fahren.

Die schnelle Mitte

Der ICE-Knoten Erfurt werde die „schnelle Mitte Deutschlands“. Mit dem neuen Eurocity 151 von Frankfurt (ab 8.01 Uhr) nach Mailand (an 15:35) und dem EC 52 von Mailand (ab 11.23 Uhr) nach Frankfurt (an 18.26 Uhr) werden auch die beiden Finanz-Metropolen erstmals seit Jahren wieder mit einem Direktzug verbunden. Die Reisezeit kann dabei durch den neu eröffneten Gotthard-Basistunnel deutlich beschleunigt werden.

Der letzte Direktzug benötigte für die Strecke neuneinhalb Stunden. In wenigen Jahren sollen dann weitere Hochgeschwindigkeitszüge Mailand mit Frankfurt verbinden.

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