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Getränke: Innovationen in der Flasche

Von Ob Softdrink, Apfelwein, Gin oder Bier: Wenn es um Getränke geht, ist Rhein-Main eine Hochburg der Innovationen. Gerade in den letzten Jahren drängen kleine, regionale Anbieter auf den Markt. Und ein weiterer steht gerade in den Startlöchern.
Markus Schick Bilder > Foto: Yvonne Späne „Da steckt eine Menge Herzblut drin“, sagt Markus Schick über den neuen Softdrink aus Weinblättern, made in Hessen.
Rhein-Main. 

Der erste Schluck erinnert irgendwie an Laub. Hinzu kommt eine bittersüße Note im Abgang – ein zunächst etwas gewöhnungbedürftiges, aber dann prickelndes und, ja, wertiges Geschmackserlebnis. Und dann diese tiefrote Farbe, die eher an einen Rotwein denn an ein Erfrischungsgetränk erinnert. Um ein solches Produkt handelt es sich aber bei „Kisuu“.

„Der Name stammt aus Ostafrika und bedeutet soviel wie ,guter Geist‘“, erklärt Markus Schick, während er auf die schlanken 0,25-Liter-Fläschchen mit dem großen, roten Weinblatt auf dem Etikett blickt, die er auf dem Tisch seines Esszimmers in Karben aufreiht.

Idee aus den Tropen

Ostafrika, Karben, Weinblatt: Was im ersten Moment in etwa so widersprüchlich klingt wie Ananas-Plantagen in der Wetterau, bekommt Sinn, wenn man sich mit der Geschichte hinter dem Softdrink made in Hessen befasst.

Hinter „Kisuu“ stehen neben Schick, der neben seinem Hauptjob als kaufmännischer Geschäftsführer einer Ingenieurfirma einen Onlinehandel für exotische Weine betreibt, die Weinbauexperten Wolfgang Schäfer aus Friedrichsdorf und Hans-Peter Höhnen. Die beiden Männer aus Mainz sind beruflich oft als Berater in tropischen Weinbaugebieten wie Thailand oder Vietnam unterwegs. In diesen Regionen werden die jungen Triebe und Blätter der Reben oft für die Herstellung von Tee benutzt. Warum daraus nicht auch ein fertiges Getränk herstellen?, dachten sich Schäfer und Höhnen.

Hessische Gene

In der Folge experimentierten die beiden mit verschiedenen Mixturen. Zusammen mit Experten von der Hochschule in Geisenheim entwickelten sie dabei ein Getränk auf der Basis von schonend extrahierten Weinblättern, die mit Traubensaft, Quellwasser und Kohlensäure versetzt werden. „Kisuu“ war geboren und soll demnächst mit Hilfe des Vertriebsexperten Markus Schick das neueste Mitglied der Getränkeinnovationen in der Region werden.

Wer sich in Rhein-Main umhört oder besser umtrinkt, stößt auf eine Vielzahl von kleinen, aber feinen Produzenten, die ein bisschen an die früheren Garagenfirmen im Silicon Valley erinnern – angefangen vom Gin-Hersteller in Bad Homburg über den Stöffche-Macher aus der Wetterau oder den Craft-Beer-Brauer in Oberursel.

Bad Homburger Gin für die USA

Wenn es gut läuft, werden Liebhaber der gepflegten Spirituosenkultur in amerikanischen Bars demnächst Gin aus Bad Homburg genießen. „Wir wollen unser Produkt auf dem US-Mark platzieren“, sagt

clearing

Ihnen allen gemeinsam ist eine besondere Passion für das jeweilige Produkt und für einen regionalen Fokus sowie die Arbeit mit regionalen Komponenten, mal mehr, mal weniger. Damit bedienen sie zugleich den Zeitgeist, der bekanntlich Produkte aus heimischer Herstellung hochhält.

Auch die „Kisuu“-Macher setzen auf den Trend, wenngleich sich die Regionalität nicht nahtlos umsetzen lässt. Weil für die Herstellung des limonadenartigen Getränks große Mengen von Weinblättern benötigt werden, greift man auf ungespritzte, biologisch angebaute Pflanzen aus Thailand zurück. Wegen der klimatisch günstigen Bedingungen gibt es dort drei Vegetationsphasen, so dass das ganze Jahr geerntet werden kann. Zudem handelt es sich um eine Rebe, die besonders viele Polyphenole enthält, die bekanntlich vor freien Radikalen und damit vor Krebs schützen sollen, wie Markus Schick sagt.

Der 52-Jährige soll nun dafür sorgen, dass das Weinblatt-„Stöffche“ demnächst in den Handel kommt, verhehlt aber nicht, dass aller Anfang schwer ist. Zwar sei das erste Feedback bisher sehr positiv, noch suche man aber Abnehmer im Handel. Dennoch glaubt Schick an das Multikultigetränk mit hessischen Genen. „Da steckt eine Menge Herzblut drin.“

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