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Präventionsexperte im Interview: Islamistischer Extremismus: Warum sich Menschen radikalisieren

Von IS-Anwerber nutzen den psycho-sozialen Ausnahmezustand von Menschen aus, manipulieren und isolieren diese, um sie dann zu gefährlichen Handlungen zu animieren, warnt der Präventionsexperte Thomas Mücke und fordert auch De-Radikalisierungsprogramme in Gefängnissen.
Beamte bei der Razzia in Frankfurt. Foto: Boris Roessler (dpa) Beamte bei der Razzia in Frankfurt.
Dass ausgerechnet in Hessen die große Razzia gegen die Salafisten-Szene stattfand, ist für Thomas Mücke keine Überraschung. „In jedem deutschen Ballungszentrum gab es in jüngster Zeit solche Aktionen der Polizei. Ich erinnere an die Razzien in Nordrhein-Westfalen und Berlin“, sagt der Mitbegründer und Geschäftsführer von Violence Prevention Network.
Thomas Mücke vom Violence Prevention Networkjunge Menschen (Archivfoto) Bild-Zoom Foto: Marijan Murat (dpa)
Thomas Mücke vom Violence Prevention Networkjunge Menschen (Archivfoto)


Die Berliner Organisation unterhält auch in Frankfurt und Kassel Niederlassungen. Dort kümmern sich Mücke und seine Kollegen unter anderem mit Antigewalt- und Konfliktmanagement-Projekten um Jugendliche, die zum Beispiel in gewaltbereite Islamisten-Szene abzudriften drohen. Für Mücke steht fest, dass es keinen klassischen „Automatismus“ bei der Radikalisierung eines Menschen gibt. Jede Radikalisierung verlaufe unterschiedlich, so der Experte. Auch kämen diese Personen aus allen Schichten. „Da kann der Sohn eines Journalisten genauso dabei sein wie die Tochter eines Rechtsanwaltes. Diese sind in der Regel religiöse Analphabeten und konvertieren nicht zum Islam, sondern zum Extremismus“, sagt Mücke.

Anti-Terror-Razzia in Hessen Der Schlag gegen das islamistische Netzwerk: Das ist die ...

Der Terrorverdächtige wurde rund um die Uhr überwacht und galt als Ton angebend in der salafistischen Szene. Als Gefährder stuften ihn die Behörden trotz eines Verdachts aus Tunesien aber nicht ein.

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Beispielsweise würden IS-Anwerber einen psycho-sozialen Ausnahmezustand einer Person ausnutzen, in der diese leicht manipulierbar sei. Dann würde diese von ihrem Umfeld isoliert („Als Moslem darfst Du nicht Deutschland leben“) und könnten diese dann zu „gefährlichen Handlungen“ animieren.

Bilderstrecke Anti-Terror-Razzia gegen islamistische Szene in Hessen
Am 1. Februar 2017  hat die Polizei mehrere Objekte in ganz Hessen wegen Terrorverdachts durchsucht. Unter anderem auf dem Gelände der Bilal Moschee in Frankfurt im Stadtteil Griesheim.Insgesamt 54 Objekte seien betroffen gewesen, teilte die Oberstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit. Es folgen weitere Bilder der groß angelegten Razzia.
Nach Erfahrung von Mücke, finden Radikalisierung derzeit vermehrt in Gefängnissen statt. Deshalb sei es notwendig, dort De-Radikalisierungsprogramme anzubieten.
 
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