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Journalist Can Dündar nimmt Whistleblower-Preis entgegen

Der im Berliner Exil lebende türkische Journalist Can Dündar. Foto: Arne Dedert/Archiv Der im Berliner Exil lebende türkische Journalist Can Dündar.
Kassel. 

Der im deutschen Exil lebende türkische Journalist Can Dündar hat am Freitag in Kassel den „Whistleblower-Preis 2017” bekommen. Die Auszeichnung wurde zum zehnten Mal von der International Association of Lawyers against Nuclear Arms (IALANA) und der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler verliehen.

Der Whistleblower-Preis soll Personen, die Skandale aufdecken, unterstützen und die Öffentlichkeit sensibilisieren. Er ist mit 3000 Euro dotiert, durch Zustiftungen wurden 11 000 Euro vergeben.

„Der Whistleblower-Preis ist ein großer Ausdruck der Solidarität mit allen Journalisten, die in der Türkei um Pressefreiheit ringen”, erklärte Preisträger Dündar. Er war Chefredakteur der Zeitung „Cumhuriyet” und saß nach einem Bericht über eine Waffenlieferung des türkischen Geheimdienstes an islamistische Milizen in Syrien in der Türkei im Gefängnis.

Weitere „Whistleblower 2017”-Preisträger sind der Volkswirt Martin Porwoll und die Pharmazeutisch-Technische Assistentin Maria-Elisabeth Klein aus Bottrop. Sie werden geehrt für ihre „Verdachts-Enthüllungen über die in der Alten Apotheke in Bottrop (NRW) offenbar jahrelang praktizierte illegale Panscherei mit Anti-Krebsmitteln und die dadurch bewirkte Schädigung mehrerer Tausend schwer- und todkranker Krebspatienten”. Doch Whistleblower haben es in Deutschland noch schwer, sagte Porwoll: „Derjenige der Missstände öffentlich macht, wird in Deutschland allein gelassen.”

Der Rechtsanwalt Otto Jäckel, Vorsitzender der IALANA, sieht auch die Justiz in der Pflicht: "Wenn man sich die Rechtsprechung der Arbeitsgerichtsbarkeit in den Whistleblower-Fällen ansieht, kann man den Eindruck gewinnen, deutsche Unternehmen dürften zu Recht geführt werden wie Mafia-Clans nach dem Grundsatz der Omerta”, sagte er. Die Omerta ist die Schweigepflicht der Mafia.

(dpa)
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