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Kampf gegen Winter-Schlaglöcher - Auch Regen ein Problem

Schlaglöcher stammen oftmals aus dem letzten Winter, wenn der Frost den Straßen zusetzt. Noch immer sind die Städte vielerorts damit beschäftigt, die Schäden zu beseitigen.
Frankfurt/Main. 

Das Stopfen von Schlaglöchern ist eine Daueraufgabe für Hessens Kommunen, gerade nach dem Winter. Doch auch eher warme Winter wie zuletzt bewahren die Städte nicht vor neuen Schäden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

In OFFENBACH sind durch den vielen Regen erhebliche Schäden in den Straßen entstanden, wie Stadtservice-Sprecher Jörg Muthorst berichtet. Die Straßen würden daraufhin kontrolliert, zudem reagiere man auf Meldungen von Bürgern. Das vorhandene Geld werde dann je nach Dringlichkeit verteilt. „Der Sanierungsbedarf in Offenbach ist sehr hoch, das ist Anwohnern und Durchfahrenden bekannt.”

Deswegen hat die Stadt in diesem Jahr zu den ansonsten vorhandenen zwei Millionen Euro ein Sonderprogramm zur Straßenunterhaltung aufgelegt, wie Muthorst berichtet. Es sei damit zu rechnen, dass die zusätzlichen 3,4 Millionen in diesem und im nächsten Jahr verbaut werden. 320 Kilometer messen die Offenbacher Straßen in ihrer Gesamtlänge. Um sie komplett zu sanieren, wären nach seiner Einschätzung viele Millionen nötig. Doch Offenbach sei Schutzschirmkommune.

In Sachen Schlaglöchern gehe man in einem dreistufigen System vor: Ist die Stelle gefährlich für Verkehrsteilnehmer und befinde sie sich auch noch an einer Stelle mit hohem Verkehrsaufkommen, rücke ein Trupp aus und fülle das Loch so schnell wie möglich provisorisch. Mittelfristig könne dann die Asphaltdecke erneuert werden, langfristig eine großflächige Sanierung nötig werden. Das wird so ähnlich auch in anderen Kommunen gehandhabt.

Hessens größte Stadt FRANKFURT geht davon aus, dass der Winter für Reparaturkosten von rund 1,3 Millionen Euro gesorgt hat, etwas mehr als die Jahre zuvor. Abgesehen von einer Frost- und Tauperiode im März sei der vergangene Winter von starken Regenfällen geprägt gewesen, heißt es aus dem Amt für Straßenbau und Erschließung. Die Höhe der angefallenen Kosten belege, dass schon „geringfügige Frost- und Tauwechsel bei einer vorgeschädigten Straßensubstanz zu erheblichen Schäden führen können”.

Rund eine halbe Stunde benötigen die Mitarbeiter für die Reparatur eines Schlaglochs, wie es aus der Landeshauptstadt WIESBADEN heißt. Man sei mit rund 15 000 Schlaglöchern recht gut durch den Winter gekommen, berichtet der Abteilungsleiter Bau in der Stadtverwaltung, Ralf Gunkel. Dies seien nur etwa zwei Drittel der Schäden eines Durchschnittswinters. Die Stadt erfahre unter anderem von den kaputten Stellen, wenn Bürger sie über den „Schlagloch-Melder” anzeigen. Außerdem wird bei den Streckenbegehungen auf Schäden geachtet. „Wir sind da immer dran.”

Auch in FULDA ist das Thema eine „never ending story”, wie Stadtsprecher Johannes Heller sagt. Wann die zuletzt angefallenen Arbeiten abgeschlossen sind, könne nicht vorhergesagt werden. Klar ist zumindest: Die Schäden und Reparaturkosten aus dem vergangenen Winter fielen geringer aus als im Jahr zuvor. Im Winter 2017/2018 wurden 18 Tonnen Reparaturasphalt im Materialwert von rund 18 000 Euro verarbeitet. Davor waren es 21,6 Tonnen im Wert von knapp 22 000 Euro. „Schlaglöcher sind allerdings nicht immer ein ausschließliches Indiz für einen strengen Winter. Somit lässt sich die Thematik nicht eindeutig abgrenzen”, erklärt Heller.

So heißt es aus GIESSEN, dass „eine gezielte Zuordnung auf witterungsbedingte Schäden” nicht gemacht werden könne. Die Mitarbeiter des Bauhofes sind aber noch immer damit beschäftigt, in den vergangenen Monaten entstandene Schlaglöcher zu stopfen. Denn in vielen Fällen sei eine zeitnahe Schadensbeseitigung gar nicht möglich, dafür brauche es trockenes und warmes Wetter.

In DARMSTADT sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres knapp 1800 Schäden aufgetreten, wie die südhessische Stadt berichtet. Das entspreche einem durchschnittlichen Winter. „Die geschätzten Kosten für Straßenkontrolle, Baukolonne und Baubetriebshof liegen im ersten Quartal 2018 bei etwa 442 000 Euro.” Eine Differenzierung nach Winterschäden sei aber nicht möglich. Die Schäden seien bereits alle behoben.

Zurücklehnen kann sich bei dem Thema auch KASSEL: Da der Winter nicht so streng gewesen sei, habe keine Häufung von Schlaglöchern festgestellt werden können. „Die Beseitigung erfolgte umgehend im Rahmen der allgemeinen Straßenunterhaltung und wurde nicht gesondert erfasst”, berichtet ein Sprecher.

(dpa)
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