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Ein Bonbon für Ehrenamtler: Katastrophenschutz: Land will Helfern eine Prämie zukommen lassen

Von Hochwasser, Brandschutz, Bergung von Unfallopfern: Katastrophenschützer sind unerlässliche Helfer in vielen gefährlichen Situationen. Dass es nun eine Anerkennung des Landes gibt, könnte auch damit zusammenhängen, dass die Ehrenamtlichen in Zukunft noch mehr gefordert sein könnten.
Nonne als Feuerwehrfrau Foto: Andreas Arnold (dpa) Zu den vielen ehrenamtlichen Helfern in Hessen gehört auch Jörg Müller von der Freiwilligen Feuerwehr in Rüdesheim-Eibingen.
Rüsselsheim. 

Als Menschen, die mehr tun als sie müssten, hat Volker Bouffier (CDU) ehrenamtlich Engagierte dieser Tage bezeichnet. Anlass war der Antrittsbesuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der wiederum selbst einen solchen Einsatz für die Gesellschaft in den höchsten Tönen lobte. Hessens Ministerpräsident jedenfalls dürfte bei dieser Gelegenheit auch schon einen Beschluss im Hinterkopf gehabt haben, den die Landesregierung gestern auf ihrer traditionellen auswärtigen Kabinettsitzung auf dem Hessentag in Rüsselsheim gefasst hat: eine Anerkennungsprämie für Katastrophenschützer.

Einmalige Leistung

Die Geldleistung, die einmalig ausbezahlt wird, wendet sich an Männer und Frauen, die bei Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Deutschem Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe und zahlreichen anderen Hilfsorganisationen über einen längeren Zeitraum aktiv sind. Konkret soll es die Prämie für den Einsatz zwischen zehn und 40 Jahren geben. Auch die Höhe ist entsprechend gestaffelt und reicht von 100 bis 1000 Euro.

Wie viel Geld das Land letztlich in die Hand nimmt, steht noch nicht hundertprozentig fest. „Wir rechnen etwa mit Kosten in Höhe von einer halben Million“, sagte Bouffier, der den Katastrophenschutz als „besondere Aufgabenstellung“ bezeichnete.

Dies kann Norbert Fischer, Mitglied im Präsidium des Landesfeuerwehrverbandes Hessen und Vorsitzender des Nassauischen Feuerwehrverbandes, nur unterstreichen. Von den rund 75 000 in der Feuerwehr ehrenamtlichen aktiven Männer und Frauen engagierten sich etliche zusätzlich in Katastrophenschutzzügen. Fischer nannte die Zahl von 23 000 Menschen, die im Bereich Feuerwehr und Hilfsorganisationen arbeiteten und in mehr als 6800 Einheiten zusammengefasst seien.

„Eine gute Sache“

Viele machten also in ihrer Freizeit zusätzliche Übungen. Ganz zu schweigen von den Einsätzen im Ernstfall wie Hochwasser, Stromschäden oder Bergung von Unfallopfern und gefährlichen Chemikalien. „Als Feuerwehr hat uns das in den letzten Jahren häufiger beschäftigt“, sagt Fischer, „und wird uns in Zukunft noch häufiger beschäftigen.“

Fischer denkt dabei vor allem eine Entwicklung, die längst ein globales Problem ist. Die Rede ist vom Klimawandel, dessen Auswirkungnen auch Deutschland immer deutlicher zu spüren bekommt – zum Beispiel in Form von Hochwasser, sintflutartigen Regenfällen oder Tornados. – Aber noch einmal zurück zur Prämie. „Eine gute Sache“, lobt Norbert Fischer den Vorstoß. „Jede Anerkennung von ehrenamtlichem Engagement ist eine sinnvolle Geschichte.“ Fischer erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass es in Hessen als bislang einzigem Bundesland eine Anerkennungsprämie für aktive Einsatzkräfte bei der Feuerwehr gebe. Diese Geldleistung hat die Landesregierung 2011 eingeführt, um den Feuerwehrangehörigen zu zeigen, wie wichtig und wertvoll ihre Arbeit ist, wie es hieß.

Er halte eine Anerkennungsprämie für ein richtiges Zeichen, sagt auch Michael Beckmann, Leiter der Freiwilligenagentur Frankfurt. Allerdings würde er generell eine solche Leistung gerne bei der Organisation oder dem Projekt, für das sich die Ehrenamtlichen engagieren, verortet wissen. Oft mangele es dort an finanziellen Mitteln und Möglichkeiten, Projekte auszubauen oder neue Ideen umzusetzen.

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