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Keine nachträgliche Sicherungsverwahrung nach Missbrauch

Ein Schild mit der Aufschrift "Landgericht" und "Amtsgericht" ist an der Fassade des Gerichtsgebäudes zu sehen. Foto: Arne Dedert/Archiv Ein Schild mit der Aufschrift "Landgericht" und "Amtsgericht" ist an der Fassade des Gerichtsgebäudes zu sehen.
Frankfurt/Main. 

Sechs Jahre nach seiner Verurteilung zu acht Jahren Haft wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs muss ein Mann nicht noch in Sicherungsverwahrung. Das Landgericht Frankfurt lehnte eine solche Maßnahme in einem Urteil vom Freitag ab. Mit einer Sicherungsverwahrung kommt ein Verurteilter auch nach Verbüßung seiner Haftstrafe erstmal nicht frei.

Der heute 58-Jährige, der die beiden Kinder seiner Lebensgefährtin zwischen 1998 und 2009 in Frankfurt und Mainz in mindestens 16 Fällen sexuell missbraucht hatte, habe während der Verbüßung seiner Haft eine positive Entwicklung mit einer mehrjährigen Therapie genommen, hieß es in der Entscheidung. Ein psychiatrischer Sachverständiger hatte der Jugendschutzkammer bestätigt, nach derzeitigem Therapiestand sei nicht zu erwarten, dass der Mann nach seiner Haftverbüßung 2019 noch einmal in dieser Weise straffällig werde. Das Landgericht hatte sich 2012 bei der Verurteilung des Mannes die Verhängung der Sicherungsverwahrung in der Psychiatrie ausdrücklich vorbehalten. Dieser war 2011 in U-Haft gekommen.

Auch die Staatsanwaltschaft schloss sich der Einschätzung des Gutachters ausdrücklich an. Mit der ehemaligen Lebenspartnerin und deren Kindern besteht dem Vernehmen nach kein Kontakt mehr. Nach Angaben des Staatsanwaltes kann der 58-Jährige auch nach der Haftentlassung noch im Rahmen der sogenannten Führungsaufsicht beobachtet und bei möglichen Verstößen bestraft werden.

(dpa)
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