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Süßgetränke besteuern: Kinderärzte fordern Zuckersteuer auf Softdrinks

Die Getränkeindustrie spricht von „Symbolpolitik”. Foto: Lukas Schulze Foto: Lukas Schulze Die Getränkeindustrie spricht von „Symbolpolitik”. Foto: Lukas Schulze
Bad Orb. 
Bilderstrecke So viel Zucker ist in Cola, Limos und Säften. Die Foodwatch-Studie
Was haben diese Erfrischungsgetränke wohl alle gemeinsam?Sie enthalten alle viel Zucker.
foodwatch hat erstmals den Markt der „Erfrischungsgetränke“ umfassend untersucht. Das Ergebnis: 274 von 463 Produkten enthalten mehr als 5 Prozent Zucker – das sind mehr als 4 Würfelzucker je 250ml-Glas. Der Großteil des Angebots ist also so zuckrig, dass Hersteller in Großbritannien dafür Gesundheitsabgaben leisten müssen. Zuckergetränke fördern nachweislich die Entstehung von Fettleibigkeit und Typ-2-DiabetesAnd the winner is...
Das Produkt mit dem höchsten Zuckergehalt im Test ist der Energy Drink „Rockstar Punched Energy + Guava“ von PepsiCo (16 Prozent). In einer 500ml-Dose stecken 78 Gramm Zucker beziehungsweise 26 Stück Würfelzucker. Das ist drei Mal so viel, wie die WHO pro Tag empfiehlt – und 50 Prozent mehr als in der gleichen Menge Coca-Cola classic.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert eine Zuckersteuer in Deutschland auf Limonaden und Softdrinks. „Solch eine Abgabe ist unumgänglich. Anders geht es nicht“, sagte Präsident Thomas Fischbach am Montag bei einem Kongress mit rund 300 Teilnehmern in Bad Orb. Die Verbraucherschützer von Foodwatch empfahlen bereits, 20 bis 30 Cent pro Liter Süßgetränk zu erheben. Dieser Forderung schließe sich der Verband an, sagte Fischbach. Die Einnahmen – mutmaßlich eine Milliarde Euro – könnten in Schutzprogramme gegen Diabetes fließen. Fischbach: „Allein auf Freiwilligkeit und Vernunft zu setzen, fruchtet nicht.“ Die Zahl der Raucher sei auch erst durch Verbote und einer Verteuerung von Zigaretten gesunken. Der Verband kritisiert, dass Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) nur auf Verbraucher-Information, Transparenz und Ernährungsbildung setze. „Das Wohl der Nahrungsmittelindustrie ist der Politik offensichtlich wichtiger als die Gesundheit der Kinder“, sagte Fischbach. Der Verband verwies darauf, dass bereits andere Länder eine Zuckersteuer erfolgreich eingeführt haben. In Frankreich beispielsweise gelte seit 2012 eine Zusatzsteuer von sieben Cent pro Liter. (lhe)
 

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