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Evangelische Gemeinden in Hessen: Kirchen bieten 19 Menschen Schutz vor Abschiebung

Die Zahl der Kirchenasyle in Hessen geht zurück. Es sind vor allem Evangelische Gemeinden, die von Abschiebung bedrohten Menschen Schutz bieten. Oft bemühen sich die Kirchen um Alternativen zum Kirchenasyl.
Kassel/Wiesbaden. 

Evangelische Gemeinden in Hessen gewähren zurzeit mindestens 17 von Abschiebung bedrohten Ausländern Kirchenasyl. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei drei im Bundesland vertretenen Landeskirchen. Auch katholische Gemeinden bieten Betroffenen Schutz, aktuell gibt es zwei Fälle in Hessen. Im Jahr 2015 lag die Zahl der Kirchenasyle in Hessen noch bei 96 Fällen.

Im Gebiet der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) gibt es momentan sieben Fälle. „Alle diese Kirchenasyle sind sogenannte stille Kirchenasyle”, erklärt Anna-Sophie Schelwis, Beauftragte für Flucht und Migration bei der Landeskirche. Solche Fälle würden den Behörden gemeldet, aber die Kirchengemeinden machten keine Öffentlichkeitsarbeit. „Kirchenasyl wird unserer Erfahrung nach nur im Einzelfall und nach reiflicher Überlegung als Ultima Ratio gewährt, wenn die Kirchengemeinde der Meinung ist, eine Abschiebung der betreffenden Person würde eine unzumutbare Härte bedeuten”, sagt Schelwis.

Seit 2015 gibt es zudem ein weiteres Verfahren, in dem die Kirchengemeinden ihr Kirchenasyl dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vorlegen, damit dies erneut Härtefälle prüft. „An diesem Verfahren nimmt die Mehrzahl der Kirchengemeinden teil”, sagt Schwelwis. In einigen Fällen sei damit erreicht worden, dass das BAMF das Asylverfahren übernehme, obwohl eigentlich ein anderes EU-Land zuständig wäre. So wird verhindert, dass Menschen in Härtefällen abgeschoben werden und in einem anderen Land noch einmal Asyl beantragen müssen. Übernimmt das BAMF das Asylverfahren, werde ein Kirchenasyl überflüssig.

Gemeinden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) betreuen aktuell zwölf Menschen in einem Kirchenasyl, zehn davon in Hessen. Bei insgesamt 48 Fällen im vergangenen Jahr (davon 46 in Hessen) gab es nach Angaben eines Sprechers keine einzige Abschiebung. Meist ging es darum, eine Abschiebung in ein anderes EU-Land zu verhindern. Für die Betroffenen wurde dann die Abwicklung des Asylverfahrens in Deutschland erreicht.

Die Evangelische Kirche des Rheinlandes gewährt zwar 25 Menschen eine Unterkunft, eine hessische Gemeinde ist aber nicht betroffen. Sie ist in Hessen für die Kirchenkreise Wetzlar und Braunfels zuständig.

Bei den katholischen Gemeinden in Hessen kommt es eher selten zu Fällen von Kirchenasyl. Laut dem Kommissariat der Katholischen Bischöfe im Lande Hessen gibt es nur zwei Fälle. „Und bei einem Fall führen wir noch Diskussionen, ob es überhaupt ein Kirchenasyl ist”, sagt Leiter Wolfgang Pax. Die Zahl sei schon seit eineinhalb Jahren gleichbleibend niedrig, erklärt er: Es seien nie mehr als drei aktuelle Fälle gewesen. Denn man berate die Gemeinde intensiv, ob es andere Möglichkeiten als Kirchenasyl gebe, den Betroffenen zu helfen.

(dpa)
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