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Feiertage: Kirchen rufen an Ostern zu bewusstem Umgang mit dem Tod auf

Narzissen blühen vor dem Fuldaer Dom. Foto: Swen Pförtner Narzissen blühen vor dem Fuldaer Dom.
Fulda. 

Zu einer bewussteren Haltung im Umgang mit dem Tod haben am Ostertag die Bischöfe von Mainz und Fulda aufgerufen. „Man verhält sich so, als habe es den Tod nicht gegeben”, kritisierte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf in seiner Predigt im Mainzer Dom laut vorab verbreitetem Manuskript und nannte als Beispiel soziale Netzwerke für Verstorbene. Stattdessen müsse der Tod als Abschied akzeptiert werden. „Ostern kann nur stattfinden, wenn man die Endgültigkeit und die ganze Hoffnungslosigkeit des Todes erlebt hat”, sagte der Geistliche, der im März seinen Vorgänger Kardinal Karl Lehmann in einem Requiem zur letzten Ruhe begleitet hatte.

Im Fuldaer Dom wandte sich Bischof Heinz Josef Algermissen gegen aktive Sterbehilfe. Dabei gehe es ganz bewusst und gezielt darum, den Tod von Menschen herbeizuführen. Für österliche Christen könne es nur um intensive Sterbebegleitung gehen. „Es ist sehr hilfreich, an der Hand eines anderen Menschen und also nicht einsam sterben zu können”, sagte der 75-jährige Geistliche laut Redetext. Allerdings sei Kirche heute oft verunsichert, ihr blase der Wind kalt und scharf ins Gesicht. „Wir spüren, wie sich das Klima in der Öffentlichkeit geändert hat”, sagte Algermissen.

Der Limburger Bischof Georg Bätzing sagte in der Osternacht laut einer Mitteilung, es sei wichtig, dass Christen ihren Glauben im Alltag konkret werden ließen. Er versuche dies, indem er beispielsweise Zeichen für das Leben setze, das von Anfang bis Ende kostbar und schützenswert sei, teilte das Bistum am Sonntag auf seiner Internetseite mit. Und es gelte aufzustehen und denen entgegenzutreten, die nur polarisierten, Hass verbreiteten und die Wahrheit verdrehten, um Menschen gegeneinander zu treiben.

Der Landesbischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, stellte in seiner Osterbotschaft das Leiden an Gewalt in den Mittelpunkt. Christen dürften sich nicht damit abfinden. „Der Tod hat in unserer Welt viele Gesichter”, schrieb Hein. „Tod heißt auch: Ungerechtigkeit, Not, Lüge, Folter und Krieg.” Die Auferstehung aber verkünde das Ende der Gewalt: „Seither können Gott und Gewalt nicht mehr zusammengedacht werden!”

(dpa)
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