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Heilklimatische Kurort in der Rhön – Großes Angebot für Aktivurlauber: Kurort Gersfeld: Dem Himmel so nah

Von Am Fuße von Hessens höchstem Berg, der Wasserkuppe, liegt Gersfeld. Das 5000-Einwohner-Städtchen hat für Erholungssuchende und sportliche Zeitgenossen gleichermaßen viel zu bieten.
950 Meter ist die Wasserkuppe hoch. Vom höchsten Berg Hessens genießt der Besucher an einem klaren, sonnigen Tag einen herrlichen Blick ins Tal. Bilder > Foto: Hintermeier 950 Meter ist die Wasserkuppe hoch. Vom höchsten Berg Hessens genießt der Besucher an einem klaren, sonnigen Tag einen herrlichen Blick ins Tal.
Gersfeld. 

Margit Trittin mustert ihre Gäste. „Ganz so unsportlich sehen Sie ja nicht aus“, stellt sie mit kritischem Blick fest. Trotzdem verzichtete die Klimawanderführerin des idyllischen Kurortes Gersfeld in der Rhön auf eine strapaziöse Wanderroute. „Wir nehmen die einfache Strecke“, ordnet sie an. Das ist bei sommerlichen September-Temperaturen um die 30 Grad auch keine schlechte Idee, denken wir.

Klimawanderführerin Margit Trittin. Bild-Zoom
Klimawanderführerin Margit Trittin.
Doch bevor es auf „die Strecke geht“, müssen erst einmal die Muskeln ordentlich gedehnt werden. „Man weiß ja nie, was kommt“, so unsere Wanderführerin, die in Gersfeld fast Legendenstatus hat. Margit Trittin war nämlich 18 Jahre lang Bürgermeisterin in der schmucken 5000-Einwohnerstadt am Fuße der Wasserkuppe, die mit rund 950 Metern Hessens höchster Berg ist. Mit einem großen Bahnhof wurde sie 2012 aus ihrem Amt verabschiedet. „Sie war die erste Frau im Landkreis Fulda, die zur Verwaltungschefin gewählt wurde und sogar die erste Frau im Regierungspräsidium Kassel, die Bürgermeisterin wurde. Sie hat die Rhönstadt Gersfeld im Landkreis Fulda als Gesundheitsstandort etabliert. Sie schaffte es, dass in ihrer Stadt die meisten Übernachtungen in der hessischen Rhön gebucht werden“, lobten die Laudatoren die Sozialdemokratin, die ihre Verwaltungskarriere beim Haupt- und Personalamt der Stadt Frankfurt begonnen hatte. Aber heute ist Trittin mit Leib und Seele Klimawanderführerin, die ihre Gäste fachkundig durch das Biosphärenreservat Gersfeld führt.
Stephan Weber (2.v.l.), Chef des Gersfelder Hofs, mit seinem Küchenteam. Bild-Zoom
Stephan Weber (2.v.l.), Chef des Gersfelder Hofs, mit seinem Küchenteam.

Gersfeld ist übrigens der einzige heilklimatische Kurort in der Rhön. Dieses Prädikat, so Trittin, ist ein Gütesiegel für Kurorte, deren Klima therapeutisch wirksam ist. Das Heilklima in Gersfeld, das durch den Deutschen Wetterdienst zertifiziert wurde, soll die Stärkung des Organismus sowie die Regeneration und Behandlung akuter Erkrankungen fördern.

Barockschloss in Gersfeld. Foto: Hintermeier
Info: Wasserkuppe: die Naturschutz-Region

„Wir sind Wasserkuppe“ damit wirbt die Stadt Gersfeld im World Wide Web. Dieser Werbeslogan ist eine gute Wahl, denn die Wasserkuppe ist ein Ausflugsziel schlechthin.

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Von der Klimatheorie zurück zu unserer „einfachen Wanderstrecke“, die gar nicht so locker zu bewältigen ist, wie es sich anhören mag. Bei den rund drei Kilometern geht es beständig bergauf und bergab. Dabei „wandern“ wir an Gersfelds wirklich schönem Sportzentrum vorbei. Hier dürfte im Sommer das malerisch gelegene Freibad mit seiner 60-Meter-Rutsche ein Highlight für Familien sein. Vorbei geht es auch am Wildpark, der eingebettet in Nadel- und Mischwald, im Sommer 1972 von den Gersfeldern ins Leben gerufen wurde. In den Gehegen entdecken die Besucher Rot-, Dam- und Rehwild, Sika-, Dybowski-, Muffel- und Schwarzwild, Steinböcke und Gämsen. Hinzu gekommen sind mittlerweile Wildkatzen und Fischotter. Klar. In der Rhön und natürlich auch in Gersfeld wird im Sommer, Herbst und Frühjahr wandern, also Aktivurlaub groß geschrieben. Im Winter werden dann die Wander- mit den Skistiefeln getauscht. Wer es bequemer mag, fährt in acht Minuten mit dem Auto zur Wasserkuppe. Hier laden zum Beispiel zwei Rodelbahnen zu rasanten Fahrten ins Tal ein. Auch einen Klettergarten gibt es dort. Und nicht zu vergessen: Die Wasserkuppe ist der „Gipfel der Liebe“, denn hier steht Hessens höchstes Standesamt. Dass „der Berg“ so ganz nebenbei beispielsweise auch ein Eldorado für Segel- und Gleitschirmflieger ist, versteht sich darüber hinaus fast schon von selbst. In der Gersfelder Innenstadt sind viele, schön restaurierte Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert zu bewundern.

Augenweide: Das Barockschloss im Gersfelder Schlossgarten. Bild-Zoom
Augenweide: Das Barockschloss im Gersfelder Schlossgarten.

Auch kulinarisch kommt der Besucher hier mit Sicherheit auf den Geschmack. Dafür sorgen schon die zahlreichen Gaststätten und Cafes, die dieses Quartier seinen Besucher bietet. Auf keinen Fall sollten sich die Gersfeld-Gäste einen Besuch des Schlossgartens mit dem Barockschloss entgehen lassen.

Doch in der Stadt an der Wasserkuppe, in der Hessens längster Fluss, die Fulda, entspringt kommen auch Gäste auf ihre Kosten, die den Entspannungsmodus suchen. Das wissen natürlich auch die Gersfelder Hoteliers und warten mit entsprechenden Angeboten auf. So zum Beispiel der „Gersfelder Hof“, der seinen Gästen neben Hallenbad und Sauna auch ein umfangreiches Wellnessangebot bietet. Nach einem anstrengenden Wandertag kann deshalb eine Thai-Massage die Lebensgeister wieder wecken. Pattama Kimpel, sie arbeitet für die Rhön Adventure Academy von Stefan Knüttel, kennt sich mit dieser Massage-Spielart bestens aus. Diese besteht aus passiven, dem Yoga entnommenen Streckpositionen und Dehnbewegungen, Gelenkmobilisationen und Druckpunktmassagen. Vereinfacht kann sie daher als Kombination aus (passivem) Yoga und Akupressur zusammengefasst werden. So weit die Theorie, in der Praxis kann so eine Thai-Massage einem auch ganz neue Erkenntnisse über den eigenen Körper vermitteln. Man erfährt wie dehnbar die Kniegelenke noch sind oder welche Energiepunkte des Körpers auf Druck am empfindlichsten reagieren.

Nachdem die Lebensgeister durch die flinken Hände von Pattama wieder erwacht sind, stellt sich Appetit ein. Auch auf diesem Gebiet hat das Team von Stephan Weber, dem Chef des Gersfelder Hofes, seinen Gästen einiges zu bieten: „Eine moderne deutsche Küche mit ausschließlich marktfrischen Produkten. Küchenchef Carsten Sämann legt besonderen Wert auf die Verwendung regionaler Produkte“, so Webers kulinarischer Fahrplan. Auch die Weinkarte des Hotels bietet für jeden Geschmack und jedes Menue das Richtige. So abendlich an Leib und Seele gestärkt, war die Wanderung am nächsten Morgen Pflichtprogramm. Die „einfache Strecke“ kam nicht mehr in Frage. Diesmal führte uns der Weg zur Wasserkuppe.

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