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Politik: Landessprecher Glaser sieht Chancen der AfD zur Volkspartei

Die hessische AfD hat sich zum Parteitag in Gießen getroffen. Technische Pannen verzögerten den Ablauf deutlich. Knapp 90 Kilometer südlich warb die ehemalige AfD-Bundesvorsitzende Petry für ihre «Blaue Wende».
Glaser ruft AfD zum Ende interner Streitereien auf. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv Glaser ruft AfD zum Ende interner Streitereien auf.
Gießen. 

Hessens AfD-Sprecher Albrecht Glaser hat seine Partei bei einem Landesparteitag am Wochenende in Gießen zur Geschlossenheit aufgerufen. Die Alternative für Deutschland habe nach ihrem Einzug in den Bundestag die Chancen, Volkspartei zu werden, «wenn wir es nur wollen und uns selber nicht beschädigen», sagte Glaser am Samstag. «Interne Streitereien und Fallenstellereien bringen uns nicht weiter.» Es sollte ein ehrlicher und offener Umgang miteinander herrschen.

Vor dem Parteitag demonstrierte eine kleine Gruppe von Gewerkschaftern und linken Aktivisten gegen die Ziele der Rechtspopulisten. «Für bunte Vielfalt statt brauner Einfalt» und «Aufstehen gegen Rassismus» stand auf den Transparenten.

Ob auf dem AfD-Treffen wie geplant ein neuer Landesvorstand bestimmt wird, war am Sonntagnachmittag zunächst offen. Zuvor hatten technische Pannen dafür gesorgt, dass sich die Wahl der rund 50 hessischen Delegierten für den AfD-Bundesparteitag Anfang Dezember in Hannover erheblich verzögerte.

Die drei amtierenden Parteisprecher Glaser, Peter Münch und Rolf Kahnt treten voraussichtlich nicht mehr für den Chefposten an. Zu Beginn der Delegiertenversammlung lagen zunächst sechs Bewerbungen vor, unter anderen wollen Schatzmeister Robert Rankl und Beisitzer Andreas Lichert ihren Hut in den Ring werfen. Die AfD hat in Hessen rund 2450 Mitglieder. In Gießen trafen sich mehr als 200 Delegierte.

Die AfD will bei der Landtagswahl 2018 mit aller Macht den Einzug in das künftige hessische Parlament schaffen. Die Rechtspopulisten landeten bei der Bundestagswahl im September in Hessen mit 11,9 Prozent an dritter Stelle.

Aus Sicht der früheren AfD-Chefin Frauke Petry ist es nicht ausgeschlossen, dass die Partei in Zukunft weiter nach rechts rückt. Schon jetzt habe sich der rechte Flügel um Björn Höcke mit seiner Strategie durchgesetzt und sei im Begriff, die Partei ohne eigene Mehrheit zu übernehmen, sagte Petry der Deutschen Presse-Agentur im südhessischen Rodgau beim Startschuss für ihr neues Bürgerforum «Blaue Wende» am Samstag.

Der Rechtstrend zeige sich auch bei der hessischen AfD. Lichert habe gute Chancen, in den Vorstand aufzusteigen. Der derzeitige Beisitzer sei beispielsweise als Vorsitzender des «Instituts für Staatspolitik» in Sachsen-Anhalt aktiv. «Wenn solche Leute Einfluss gewinnen, dann ist das bezeichnend», betonte Petry. Der Verein gilt als Denkfabrik der Neuen Rechten in Deutschland. Die frühere Parteichefin hatte die AfD mit Hinweis auf deren «Radikalisierung» verlassen. Sie ist fraktionslose Bundestagsabgeordnete.

(dpa)

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