Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 24°C
1 Kommentar

Billiger heißt nicht lauter: Landtag diskutiert erregt über Fraports Werben um Ryanair & Co.

Von SPD und Linke sprechen von Lohndumping am Flughafen – doch Regierungschef Bouffier versichert: Es wird keine Konzentration von Billigfliegern in Frankfurt geben.
Ernste Mienen und ein erhobener Zeigefinger: Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) und Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gestern im Landtag (v.l.n.r.) Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Ernste Mienen und ein erhobener Zeigefinger: Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) und Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gestern im Landtag (v.l.n.r.)
Wiesbaden. 

Muss der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport mit der Zeit gehen und auch Billigflieger wie Ryanair bedienen, um wettbewerbsfähig zu bleiben? Oder unterstützt er mit entsprechenden Rabatten das Unterlaufen sozialer Standards und sorgt zudem für noch mehr Fluglärm? Zwischen diesen beiden Polen bewegte sich gestern im Landtag eine erregte Debatte über die Entgeltordnung am größten deutschen Flughafen. Sie wurde zugleich zum Rededuell zwischen Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Oppositionsführer Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD), auch andere Fraktionschefs meldeten sich mehrfach zu Wort.

„Unfairer Wettbewerb“

Schäfer-Gümbel, dessen Fraktion das Thema auf die Tagesordnung gesetzt hatte, räumte ähnlich wie die Redner der schwarz-grünen Landesregierung die große wirtschaftliche Bedeutung des Frankfurter Flughafens für die gesamte Region und ihre Arbeitsplätze ein. Gerade die aber werde gefährdet, wenn die traditionelle „Systempartnerschaft“ zwischen der Fraport und der Lufthansa jetzt aufs Spiel gesetzt werde. Die Lufthansa als größter Kunde des Flughafens hat nämlich verärgert auf das Werben des Betreibers um Ryanair reagiert.

Und dass Billiganbietern jetzt auch noch ein eigener Teil des neugebauten Terminals 3 angeboten werden soll, erzürnt Schäfer-Gümbel erst recht. Der SPD-Mann sprach von einem unfairen Wettbewerb zugunsten der sogenannten Low-Cost-Carrier, die auch bei ihren Beschäftigten alle sozialen Standards unterliefen. Linken-Fraktionschefin Janine Wissler ging noch weiter, sprach nicht nur von „staatlich subventioniertem Lohndumping“, sondern auch von mehr Flügen und Fluglärm, und das alles für den Profit der Fraport AG.

Das hielt Bouffier nicht auf seinem Sitz in der Regierungsbank. In einer ebenso langen wie leidenschaftlichen Rede beteuerte er, dass die Landesregierung alles dafür tue, um die Lufthansa als den mit 38 000 Arbeitsplätzen größten hessischen Arbeitgeber bei der Stange zu halten. Die habe er auch schon mit der überwiegend landeseigenen Fraport an einen Tisch gebracht. Es sei schlicht „Unsinn“ zu behaupten, in Frankfurt würden jetzt Billigfluglinien konzentriert. Es werde bei dem internationalen Umsteigeflughafen bleiben. Doch der Flugverkehr verändere sich dramatisch. Low-Cost-Gesellschaften hätten bereits einen Anteil von 41 Prozent, und Frankfurt verliere schon Flüge an andere Flughäfen.

Im Übrigen habe die Lufthansa ja mit Eurowings selbst schon einen Billiganbieter geschaffen, der bislang aber aus Kostengründen einen Bogen um Frankfurt mache. Jedenfalls tue die Landesregierung alles, um mit Nachtflugverbot, Lärmpausen, einer Lärmobergrenze und Schallschutzprogrammen die Belastung der Anwohner zu begrenzen, versicherte Bouffier. Das schließlich sei der Kern der Arbeit von Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Dass dieser gar nicht anders konnte, als die nachgebesserten Entgeltvorschläge von Fraport zu genehmigen, hoben auch dessen Parteifreunde Mathias Wagner und Frank Kaufmann hervor, ebenso der Abgeordnete Jürgen Lenders von der eher Al-Wazir-kritischen FDP. „Fraport kann nicht einfach zuschauen und die Dinge laufen lassen“, betonte CDU-Fraktionschef Michael Boddenberg.

Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse