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Prozess in Hanau: Lange Haft für Tötung von schwangerer Schwester gefordert

Ein Polizeibeamter steht im Verhandlungssaal des Landgerichts vor der Anklagebank. Foto: Jörn Perske Ein Polizeibeamter steht im Verhandlungssaal des Landgerichts vor der Anklagebank. Foto: Jörn Perske
Hanau. 

Nach der Tötung seiner schwangeren Schwester hat die Staatsanwaltschaft Hanau eine lebenslängliche Freiheitsstrafe für den Angeklagten gefordert. Der 22-jährige Syrer hatte gestanden, die 30-Jährige in ihrem Hanauer Wohnhaus bei einem Familienstreit erstochen zu haben. Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze plädierte am Freitag am Landgericht Hanau für Totschlag in besonders schwerem Fall. Der Angeklagte habe seine Schwester mit 15 Messerstichen brutal hingerichtet. „Für mich ist sie abgeschlachtet worden wie ein Schaf”, sagte Heinze. Das Opfer sei mit gezielten, wuchtigen Messerhieben in die Luftröhre „geschächtet” worden.

Als Motiv sieht die Staatsanwaltschaft eine vermeintliche verletzte Familienehre an. Die 30-Jährige soll eine Affäre mit einem anderen Mann gehabt haben, dem sie auch rund 80 Sexvideos von sich geschickt haben soll. Bei dem Streit am 7. Januar in der Wohnung wurde auch der Ehemann der Frau massiv verletzt. Er hatte sich von der 30-Jährigen trennen wollen und den Brüdern gedroht, die Sache mit den Sexvideos öffentlich zu machen.

Der Verteidiger sah am Freitag einen besonders schweren Fall des Totschlags nicht gegeben. Er plädierte für eine Haftstrafe von neuneinhalb Jahren. Ein psychiatrischer Gutachter hatte den Angeklagten am Vormittag als voll schuldfähig eingestuft.

Für den auch beim eskalierten Familienkrach beteiligten älteren Bruder (26) des Hauptangeklagten forderte die Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten, auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

(dpa)
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