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Langfinger auf dem „Christopher Street Day”

Dumm gelaufen: Bei ihrem Beutezug gerieten die beiden Männer ausgerechnet an einen Zivilpolizisten. Einer der Angeklagten wurde jetzt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Teilnehmer des Christopher Street Day in Frankfurt am Main. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv Teilnehmer des Christopher Street Day in Frankfurt am Main. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv
Frankfurt/Main. 

Wegen eines missglückten Beutezuges beim „Christopher Street Day” in der Frankfurter Innenstadt ist am Dienstag ein 19 Jahre alter Mann zu sieben Monaten Bewährungsstrafe verurteilt worden. Ein zweiter Täter (21) muss sich dagegen weiter vor dem Amtsgericht Frankfurt verantworten. Ihm wird auch noch ein Hauseinbruch im nordhessischen Schwalmstadt zur Last gelegt. Bei den Diebstählen war beiden in den vier Fällen der Anklage kein Erfolg beschieden: Ein Rollstuhlfahrer fuhr ihnen davon, in zwei weiteren Fällen bekamen angetrunkene Partygäste rechtzeitig mit, dass die Täter an ihren Rucksäcken nestelten. Viertes Opfer war dann ausgerechnet ein Zivilpolizist, der die Täter schon seit längerem beobachtet hatte.

„Ich dachte, das gibts doch gar nicht”, sagte der Beamte im Zeugenstand am Amtsgericht Frankfurt. Tatsächlich näherte sich ihm einer der Diebe, verwickelte ihn in ein Gespräch und versuchte anschließend, die Umhängetasche des Beamten zu öffnen. Minuten später wurden die Männer festgenommen.

Vor Gericht legten sie weitgehend Geständnisse ab. Ihnen sei es vor allem um Geld gegangen. Dabei suchten sie sich bewusst Partygäste aus, die schon einen angetrunkenen Eindruck machten oder wie der Rollstuhlfahrer beeinträchtigt waren. In dem Teilurteil äußerte der Jugendrichter den Wunsch, der Angeklagte möge recht schnell das Land in Richtung seiner nordafrikanischen Heimat verlassen.

Ein Asylantrag war bereits in Dortmund abschlägig beschieden worden. Seit seiner Festnahme im Juli hatte er viereinhalb Monate in Untersuchungshaft gesessen. Die dreijährige Bewährungszeit wertete das Gericht dabei als „stärkeres Druckmittel” als eine nur noch wenige Monate andauernde Fortsetzung der Haft.

(dpa)
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