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Lebenslange Haft für Schüsse in Kiosk gefordert

Ohne Vorwarnung soll ein 26-Jähriger in einem Wiesbadener Kiosk auf drei Menschen geschossen haben - eine Frau ist sofort tot. Im Mordprozess fordert die Anklage nun die Höchststrafe.
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand.
Wiesbaden. 

Nach tödlichen Schüssen auf eine Kioskbesitzerin hat die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Wiesbaden lebenslange Haft für den Angeklagten wegen Mordes gefordert. Der Anklagevertreter plädierte dafür, die besondere Schwere der Schuld festzustellen, was eine vorzeitige Entlassung erschweren würde. „Es war die sinnlose Tat eines irrational Denkenden”, sagte er am Freitag.

Der 26 Jahre alte Angeklagte wird beschuldigt, bei einem Überfall in Wiesbaden kurz vor Weihnachten 2016 eine 59 Jahre alte Frau erschossen zu haben. Der Ehemann des Opfers und der Neffe der Frau, Fußball-Profi Marc Wachs vom Zweitligaverein Dynamo Dresden, waren schwer verletzt worden. Nach den Schüssen flüchtete der Täter. Wenige Tage danach wurde der 26-Jährige aufgrund von DNA-Spuren am Tatort verhaftet. Ermittler fanden bei ihm die mutmaßliche Tatwaffe.

Der Verteidiger sprach am Freitag von einem psychischen Ausnahmezustand seines Mandanten. Er habe kurz vor Weihnachten mit Depressionen gekämpft, habe völlig planlos gehandelt. Die Tat sei kein Mord, vielmehr sei sein Mandant zu dem Zeitpunkt wegen der psychischen Probleme schuldunfähig gewesen.

Der Angeklagte entschuldigte sich bei den Angehörigen des Opfers. „Es tut mir leid. Ich kann mir das selbst nicht erklären, was mit mir passiert ist, warum es soweit kommen konnte”, sagte er.

Mindestens drei Mal hatte der 26-Jährige laut Anklage ohne Vorwarnung auf seine Opfer in dem Kiosk gefeuert - aus kürzester Entfernung. Die 59-jährige Besitzerin war durch einen Kopfschuss sofort tot. Ihr Ehemann wurde in den Rücken getroffen, als er sich zu seiner sterbenden Frau beugte. Der Neffe rettete sich - schwer am Hals verletzt - durch den Hintereingang.

Zum Auftakt des Prozesses hatte sich der Angeklagte auf Erinnerungslücken berufen, von seinen zerrütteten Familienverhältnissen sowie seiner Alkohol- und Drogensucht berichtet. Das Urteil soll am 21. August um 13.00 Uhr gesprochen werden.

(dpa)
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