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Nachfolger von Franz-Peter Tebartz-van Elst: Limburg hat einen neuen Bischof

Papst Franziskus hat für das Bistum Limburg einen Bischof ernannt. Um zwölf Uhr wurde im Dom der Name bekanntgegeben.
Georg Bätzing Foto: Birgit Reichert (dpa) Georg Bätzing
Limburg. 

Der neue Bischof von Limburg heißt Georg Bätzing. Das gab das Bistum heute während einer öffentlichen Gebetsstunde im Limburger Dom bekannt.

Bätzing ist seit 2012 Generalvikar von Trier und ein Mann mit viel Erfahrung: Zuletzt war er die rechte Hand des Trierer Bischofs. Zuvor hatte er die Priesterausbildung im Bistum geleitet und eine Mega-Wallfahrt organisiert. Auf ihn wartet ihn Limburg eine Mammutaufgabe.

Georg Bätzing zu seiner Ernennung zum Bischof von Limburg

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Tebartz-van Elst hatte im März 2014 seinen Posten verloren. Er stand wegen der Kostenexplosion beim Bau des neuen Bischofssitzes und seiner Amtsführung in Kritik, die viele als autoritär empfanden. Die neue Bischofsresidenz auf dem Domberg kostete rund 31 Millionen Euro - ein Vielfaches der ursprünglich geplanten Summe.
 
Dafür muss Tebartz-van Elst aber keine Wiedergutmachung leisten, der Vatikan entschied sich gegen ein entsprechendes kirchenrechtliches Verfahren. Der frühere Bischof von Limburg hat mittlerweile einen Posten im Vatikan, er wurde Delegat im Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung in Rom.

Der designierte Bischof von Limburg, Georg Bätzing, bei einem Statement im Trierer Generalvikariat am 1. Juli 2016. Bild-Zoom Foto: Michael Merten (KNA)
Der designierte Bischof von Limburg, Georg Bätzing, bei einem Statement im Trierer Generalvikariat am 1. Juli 2016.

 
Die vorübergehende Leitung des Bistums Limburg hatte Manfred Grothe übernommen. Im Februar hatte das Bistum mitgeteilt, dass das Domkapitel eine Kandidatenliste für das Bischofsamt an den Apostolischen Nuntius in Berlin geschickt hatte. Der Papst, der sich nicht an den Vorschlägen orientieren musste, schickte den Limburgern die Namen von drei Kandidaten. Aus diesen wählte das Domkapitel den neuen Bischof.
 
Der 55-jährige Bätzing steht gerne an der Spitze. Gut dreieinhalb Jahre lang war er als Generalvikar neben Bischof Stephan Ackermann der wichtigste Mann im Bistum Trier. Er steuerte die Diözese mit seinen gut 1,4 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland beharrlich mit einem millionenschweren Sparpaket durch schwierige Zeiten. Und bewies dabei immer wieder Weitblick:
Jüngst hat der gebürtige Westerwälder bei der ersten Synode der katholischen Kirche in Deutschland seit mehr als 25 Jahren in Trier den künftigen Kurs des Bistums mit festgelegt. Nun soll er als Oberhirte von Limburg seine Führungsqualitäten beweisen.

Mehr zum Fall Tebartz-van Elst in unserem Dossier
 
Angesichts der Krise, in der sich die katholische Kirche seit Jahren befindet, ist Bätzing klar: «Wir werden einer zunehmenden Zahl gläubiger Menschen mit ihren konkreten Lebensumständen nicht gerecht», hatte er in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur gesagt. «Und wir wollen den Menschen doch Wege anbieten, mit der Kirche zu leben und zu glauben.» Die Chancen auf wegweisende Veränderungen sei derzeit besser denn je, meinte er.
 
An der Spitze stand Bätzing schon vor seinem Job als Verwaltungschef des Bistums mehrfach: 2012 leitete er die Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier, die rund 550 000 Pilger anlockte. Als ein «Weltereignis» hatte Bätzing die Festzeit damals bezeichnet, bei der die Tuch-Reliquie des angeblichen Gewandes von Jesus Christus im Trierer Dom gefeiert wurde.
 
Von 1996 bis 2010 war er als Leiter des Priesterseminars für die Priesterausbildung im Bistum Trier zuständig. In dieser Zeit (2005) wurde er von Papst Benedikt XVI. zum Monsignore ernannt. Bätzing gilt als ungemein beliebter Priester im Bistum Trier. Ob vor oder in dem
Dom: Er hat immer ein offenes Ohr für Menschen, die mit ihm reden möchten - und ein äußerst gewinnendes Lachen.
 
Das dürfte gerade in Limburg gefragt sein. Sein dortiger Vorgänger, Franz-Peter Tebartz-van Elst, stand wegen seines als autoritär empfundenen Führungsstils heftig in der Kritik. Bätzings Aufgabe wird es nun sein, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.
 
Der neue Limburger Bischof hat auch einen kurzen Draht zur Politik, zumindest ins rheinland-pfälzische Sozialministerium: Dort ist seine Cousine Ministerin - Sabine Bätzing-Lichtenthäler. «Herzlichen Glückwunsch!!! (Nicht nur) Wir Bätzings freuen uns!!», twitterte die Ministerin kurz vor der offiziellen Bekanntgabe.

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