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Festjahr zum Thesenanschlag vor 500 Jahren: Luthers Thesenanschlag: Der Weg in die Reformation

Von Es ist der 31. Oktober 1517, als Martin Luther mit seinem Thesenanschlag in Wittenberg die Welt veränderte. 500 Jahre später feiert die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) dieses Ereignis.
Der Lutherweg – hier von Bad Hersfeld bis Worms – wird im kommenden Frühjahr feierlich eingeweiht. Auf diesem Weg kann jeder selbst den Thesen Luthers nachspüren. Luther ist der Wegbereiter der Reformation. Der Lutherweg – hier von Bad Hersfeld bis Worms – wird im kommenden Frühjahr feierlich eingeweiht. Auf diesem Weg kann jeder selbst den Thesen Luthers nachspüren. Luther ist der Wegbereiter der Reformation.
Frankfurt. 

Was bedeutet Reformation heute? Diese Frage formulierte gestern der Kirchenpräsident der EKHN, Volker Jung, bei der Vorstellung des Programms zum Jubiläum 500 Jahre Reformation in Frankfurt. Selbst für ihn ist die Frage nicht ganz einfach zu bedeuten. Historisch gesehen steht fest: „Aus Fragen einer einzelnen Person heraus ist eine Bewegung entstanden, die die ganze Welt verändert hat.“ Das Bild des strafenden Gottes habe Luther für sich revidiert und auch seine Existenz als Mönch hinterfragt. Damit habe er den Nerv seiner Zeit getroffen.

„Wir wollen im Festjahr an diese Ursprünge erinnern, gleichzeitig aber auch das eigene Gottesbild hinterfragen“, schlägt der Kirchenpräsident eine Brücke vom 16. ins 21. Jahrhundert. Auf keinen Fall soll es aber „eine protestantische Heldenverehrung werden“. Daher habe man sich für die Festlichkeiten den Slogan „Gott neu entdecken“ gegeben.

Dieses Motto steht über allen Feierlichkeiten, die bereits am 30. Oktober, am Vorabend der Reformation, um 15.17 Uhr mit einem kabarettistischen Leckerbissen von acht Wortkünstlern im Frankfurter Dominikanerkloster (Kurt-Schumacher-Straße) beginnen werden.

Gefahrvolle Reise

Doch nicht nur die Veranstaltungen sollen die Menschen dazu bringen, sich mit der Evangelischen Kirche zu beschäftigen. Jeder kann auch selbst den Spuren der Reformation folgen, unter anderem auf dem gerade neu entstehenden „Lutherweg 1521“. Die offizielle Einweihung dieses Weges wird im kommenden Jahr, am 14. Mai 2017, in Romrod erfolgen.

Beschwerlich und voller Gefahr war die Reise Martin Luthers im Frühjahr 1521 zum Reichstag nach Worms, wo der Mönch seine Thesen widerrufen sollte. Der Rückweg zur Wartburg als Geächteter des Kaisers, da Luther standhaft blieb und den Widerruf verweigert, war umso bedrohlicher. Fast 500 Jahre später soll der Weg als Symbol für den Wandel vom Mittelalter zur Neuzeit stehen. Er sei ein Angebot für Pilger und Wanderer, die an der Reformation und deren Auswirkungen interessiert seien, aber auch für diejenigen, die Erholung und Entspannung suchen. „Pilgerreisen sind ja gerade in“, sagt Jeffrey Meyers vom Projektbüro Reformationsdekade in der EKHN und langjähriger Pfarrer in Frankfurt.

Der Pilgerweg, zu dessen Verwirklichung sich eigens der „Verein Lutherweg in Hessen“ gegründet hat, hat eine Gesamtlänge von 360 Kilometern ausgehend von Eisenach bis zum Endpunkt nach Worms. Gestreift werden dabei insgesamt 39 Städte und Gemeinden wie Bad Hersfeld, Grünberg, Lich, Friedberg, Frankfurt und Trebur. Das Problem bei der Ausgestaltung war, dass sich die alten Wege in den vergangenen Jahrhunderten stark verändert haben. So können Pilger nicht immer identisch der Originalroute folgen. Und nicht immer ist Luthers Reiseroute historisch klar belegt. In Mittelhessen bietet der Weg daher eine Besonderheit. Zwischen Friedberg und dem Hessenbrückenhammer bei Laubach teilt er sich in eine Ost- und eine Westspange.

Der Lutherweg umfasst drei Bundesländer, neben Hessen eben auch Rheinland-Pfalz und Thüringen. Ohnehin beteiligt sich die EKHN an den deutschlandweiten Feierlichkeiten wie der „Weltausstellung Reformation“ vom 20. Mai bis zum 10. September 2017 in der Lutherstadt Wittenberg: mit der Lichtkirche. Die mehrfach preisgekrönte Kirche aus Plexiglas und Holz, die acht Meter hoch, 14 Meter lang und 4,5 Meter breit ist, eröffnet zwischen traditionsreicher Schlosskirche und Neuem Rathaus einen „spirituellen Erlebnisraum“, wie es Oberkirchenrat Wolfgang Weinrich nennt.

Geplant sind dort Taufen und Hochzeiten. „Wir wollen Menschen nicht nur wieder zurück, sondern auch neu in unsere Kirche aufnehmen“, hofft Volker Jung auf entsprechend große Resonanz.

Auch Hessen größte Stadt wird die Reformation begehen. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten am Main wird an Pfingsten 2017 der Römer stehen. Am 5. Juni wird eine sehr lange Tafel zum gemeinsamen Mittagessen von der Paulskirche über den Eisernen Steg bis zur Dreikönigskirche ans andere Ufer des Mains in Sachsenhausen reichen.

Marburg ein Mittelpunkt

Zu einem besonderen Jubiläum gehören auch besondere Gottesdienste. Wie in Marburg, das als wichtiger geistiger Mittelpunkt der Reformation gilt, am 29. Oktober 2017, wenn die EKHN zusammen mit der Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck einen Festgottesdienst zelebriert.

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