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Minister Rentsch fordert leisere Flugzeuge

Wer Krach macht, muss zahlen - so will Hessens neuer Verkehrsminister Florian Rentsch alte und laute Flugzeuge von Frankfurt fernhalten.
Wiesbaden. 

Im Kampf gegen Lärm am Frankfurter Flughafen will der hessische Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) den Einsatz leiserer Flugzeuge durchsetzen. "Eine ganz wichtige Stellschraube sind die lärmabhängigen Lande- und Startentgelte", sagte der seit einem Monat amtierende Minister in Wiesbaden. Die Entwicklung leiserer Triebwerke müsse vorangetrieben werden.

Über lärmabhängige Entgelte werde er in nächster Zeit auch mit anderen Airports sprechen, kündigte Rentsch an. "Wenn das möglichst viele Flughäfen machen, haben wir wirklich die Chance, dass die Fluggesellschaften aktiv umrüsten."

Technisch sei der aktive Schallschutz nicht ausgereizt, doch Luftfahrt und Politik hätten dies im wachsenden Frankfurter Flugbetrieb nicht konsequent genug verfolgt, gestand Rentsch ein. "Wir haben, glaube ich, in der Vergangenheit zu wenig Wert darauf gelegt, diese Möglichkeiten auch zu nutzen."

Bei der Flugroutenfestlegung habe sich das Engagement der Landesregierung bereits ausgezahlt. "Der Druck auf die Deutsche Flugsicherung hat Bewegung gebracht", sagte der Minister. Das neue Anflugverfahren Point Merge, das die Flugzeuge trichterförmig in größerer Höhe einfängt, solle nun bereits nach drei Jahren auch für Frankfurt kommen.

Versprechen einhalten

Insgesamt erhoffte Rentsch sich deutliche Verbesserungen durch die Einzelmaßnahmen zum Schallschutz, die Ende Februar in der "Allianz gegen Fluglärm" zwischen Luftfahrt und Landesregierung vereinbart worden waren. Im September soll ein Kontrollgremium eine erste Bilanz ziehen. "Mir ist wichtig, dass wir das, was wir versprochen haben, auch einhalten", betonte der FDP-Politiker.

Über die Entwicklung leiserer Triebwerke will Rentsch auch mit dem Bund reden. "Die Triebwerkstechnik hat sich zwar weiterentwickelt, aber nichts Grundsätzliches geändert." Die Praxis zeige, dass aber modernere Flugzeuge leiser sind, selbst wenn sie größer sind als alte. "Größer bedeutet eben nicht lauter."

Rentsch verteidigte den Ausbau des zweiten hessischen Flughafens Kassel-Calden. Der 250 Millionen Euro teure Flughafen soll 2013 in Betrieb gehen, aber bislang haben Airlines erst einzelne Passagierflüge angekündigt. «Es ist nie das Ziel gewesen, daraus einen attraktiven Ferienflughafen zu machen», sagte Rentsch.

Kassel-Calden werde vor allem von der regionalen Wirtschaft für Fracht und Geschäftsflüge genutzt. "Das Ziel eines Regionalflughafens ist es, Teil einer breiten Verkehrsinfrastruktur zu sein."

(dpa)
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