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Missbrauch an Darmstädter Schule: Mindestens 35 Opfer

Wieder ein Fall von jahrzehntelangem Missbrauch an einer Schule in Hessen, diesmal in Darmstadt. Ein Bericht deckt nun das tatsächliche Ausmaß auf. Die Autorinnen rechnen mit weiteren Opfern.
Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Foto: Boris Roessler/Archiv Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Foto: Boris Roessler/Archiv
Wiesbaden/Darmstadt. 

Erneuter Missbrauchskandal an einer hessischen Schule: An der Darmstädter Elly-Heuss-Knapp-Schule hat ein Lehrer einem Gutachten zufolge zwischen 1961 und 1994 mindestens 35 Schüler missbraucht. Der Bericht wurde am Donnerstag im hessischen Kultusministerium in Wiesbaden vorgestellt, das zwei Juristinnen mit der Aufklärung beauftragt hatte. Der Fall erinnert an den der Odenwaldschule, wo von mindestens 132 Missbrauchsopfern ausgegangen wird. Auch hier wurde das Ausmaß der Übergriffe lange verschwiegen.

Der Lehrer der Darmstädter Schule, der 2005 wegen sexuellen Missbrauchs in 15 Fällen zu vier Jahren Gefängnis verurteilt wurde, starb 2008 in Haft. Der Bericht „macht wütend, macht sprachlos”, sagte Staatssekretär Manuel Lösel, der Minister Alexander Lorz (CDU) bei der Vorstellung vertrat. Lösel entschuldigte sich ausdrücklich bei den Opfern und stellte pro Person 10 000 Euro als „symbolisches Schmerzensgeld” in Aussicht.

Verfasst haben den Bericht zwei Juristinnen. Die Rechtsanwältin Claudia Burgsmüller aus Wiesbaden und die ehemalige Präsidentin des Oberlandesgerichts Frankfurt, Brigitte Tilmann, haben schon vor sechs Jahren eine Analyse über die Übergriffe an der Odenwaldschule vorgelegt. Nachdem der Skandal dort bekannt wurde, stieg die Zahl der Opfer stetig an. Burgsmüller ging davon aus, dass sich auch im Fall der Elly-Heuss-Knapp-Schule noch weitere Opfer melden.

(dpa)
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