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Wie der Wein so die Winzerin: Mit 33 Jahren ist Theresa Breuer Chefin von 15 Angestellten und Herrin über 34 Hektar bester Lage

Von Sie war gerade 20 Jahre alt, als sie über Nacht mit einem der besten Weingüter des Rheingaus da stand. 13 Jahre später gehört sie zu den wichtigsten Unternehmerinnen der Weinszene, das Weingut zu den Top-Betrieben des Rheingaus.
Foto: Picasa Der Tod des Vaters änderte alles, Theresa Breuer übernahm quasi über Nacht das Weingut und stürzte sich in die Arbeit – mit großem Erfolg.
Rüdesheim. 

Wir treffen uns in der gerade vor einem Monat eröffneten Vinothek. „Der Schriftzug hängt erst seit heute morgen“, verrät Theresa Breuer. „Georg Breuer“ steht dort an der Wand, es ist der Name des Gründers des Weinguts, Theresas Großvater. Theresas Vater Bernhard Breuer war es, der aus dem Betrieb mitten im Touristenort Rüdesheim eines der Top-Weingüter Deutschlands machte. Ein Revolutionär, ein Querdenker, einer der Ersten, die unternehmerisch dachten – und einer, der kompromisslos auf Qualität setzte.

„Wir möchten Riesling aus dem Rheingau zeigen, in seiner Reinheit, seiner puren Strahlkraft“, sagt Theresa, während sie mich durch den großzügigen neuen Verkaufsraum führt. Draußen vor der Tür tobt der Verkehr an einer der wichtigsten Kreuzungen im Rüdesheimer Ortskern, hinter der Tür dominiert eine puristische Welt von grauen Schiefer-Tönen, versetzt mit Akzenten in Türkis. An den Wänden hängen moderne Bilder von Künstlern, die genau diese Kunstwerke für Etiketten der Breuerschen Weine entwarfen.

Rohe Betondecken erstrecken sich weit oben über unseren Köpfen, die riesige Stahltür quer durch den Raum ziert eine Karte des Rheingaus. „Den Look hat uns die Decke vorgegeben“, sagt Theresa, es ist der ehemalige Tankraum, den sie hier bloßlegten, von seinen Gastronomie-Einbauten befreiten. „Wir haben den Raum wieder entdeckt, das Alte wieder zurückgeholt“, sagt die Hausherrin.

Voller Purismus

„Den Schiefer runterbrechen nennt sie die Farbgebung – es ist ein Raum voller Purismus und gleichzeitig voller Ausstrahlung. „So sind unsere Weine“, sagt Theresa, und so ist die Winzerin, die sie macht, möchte man hinzufügen. Das edle Understatement, so untypisch für den Rheingau, es passt perfekt zu der jungen Frau im schlichten schwarzen Oberteil und den kurzen Shorts.

Mit 33 Jahren ist Theresa Breuer Chefin von 15 Angestellten und Herrin über 34 Hektar der besten Rheingauer Weinberge. In 25 Länder der Erde verkauft sie ihre Weine, gerade ist sie aus Norwegen zurück. 2016 kürte sie die Zeitschrift Falstaff zur „Winzerin des Jahres“. Weinexperten schwärmen von der Tiefe und Reifefähigkeit der Breuerschen Rieslinge. „Ich habe ganz viel davon profitiert, dass mein Vater ein großartiger Mensch war“, sagt Theresa.

Es war im Mai 2004, als Bernhard Breuer völlig überraschend starb, ohne vorhergehende Krankheit. Ohne Vorwarnung. Theresa Breuer war gerade 20 geworden, hatte ihr Abitur in der Tasche, die Schwester hatte sich für den Weg der Balletttänzerin entschieden. Und Theresa? Ein kleines Tanzstudio hatte sie mit zwei Freundinnen gegründet, „mein Vater hat diesen Unternehmergeist sehr unterstützt“, erzählt sie.

Zwei Welten

Einfach, um etwas zu tun, begann sie eine kaufmännische Lehre bei den Kurbetrieben Wiesbaden, doch der Staatsbetrieb und die unternehmerisch denkende junge Frau – das waren zwei Welten. Nach neun Monaten kündigte sie, dachte über ein Sportstudium nach, das Schicksal wollte es anders. „Mein letzter Arbeitstag in Wiesbaden war der Tag, bevor Papa gestorben ist“, erzählt Theresa.

Der Tod des Vaters änderte alles, Theresa stürzte sich in die Arbeit im Weingut. „Ich habe uns kennengelernt“, nennt sie diese Zeit, „ich habe das dann inhaliert.“ Die Familie half, der Onkel, der das Hotel Schloss Rüdesheim in der Drosselgasse führt, stand ihr mit Rat und Tat zur Seite. „Meine Mutter hat mir dann die Bewerbungsunterlagen von Geisenheim auf den Schreibtisch gelegt“, sagt Theresa schmunzelnd – in nur fünf Semestern machte sie ihren Bachelor in Internationaler Weinwirtschaft. „Ich wusste ja, ich mache das um zu untermauern, was ich hier zu tun habe“, sagt sie trocken.

Nach Sydney zum Verkauf

Heute jettet die junge Chefin mal eben nach Sydney zum Weinverkauf, erklärt das Klima in den alten Kellern unter der Vinothek, erzählt, wie wichtig es ist, bei der Lese in den Weinbergen zu sein, die Natur zu spüren. 2011 stellte sie komplett auf Öko-Bewirtschaftung um, es sei nur die logische Folge des radikalen Qualitätsstrebens, das ihr Vater vielleicht noch mehr gehabt habe als sie selbst, sagt sie.

Die Weine reifen in kleinen Fässern, aus vielen individuellen Gärvorgängen werden am Ende die hochkomplexen, mineralisch-feinen Tropfen komponiert. „Das Puzzle aus Rebsorte, Lage und Temperatur“ müsse in jedem Jahr neu zusammengeführt werden, sagt Theresa, die Natur stelle zur Verfügung, „und wir versuchen, danach nichts mehr falsch zu machen.“ Reaktionsfreudig müsse man dabei sein und undogmatisch – ist das auch typisch weiblich? „Sensibel und feinfühlig, da bin ich schon sehr typisch in meinem Geschlecht“, sagt Theresa nachdenklich. Aber sie habe auch eine starke Meinung und eine starke Persönlichkeit, schiebt sie gleich hinterher – nein, das „mit dem Männer- und dem Frauending“, das sei eigentlich nie wichtig gewesen.

„Die Jugend war die größere Herausforderung als das Geschlecht“, sagt Theresa und schiebt hinterher: „Ohne meine Männer wäre ich nichts.“ Ihre Männer – das sind der Kellermeister Markus Lundén und der langjährige Betriebsleiter Hermann Schmoranz, der schon Bernhard Breuers rechte Hand war. „Wir sprechen viel mehr, als meine Männer mögen“, sagt Theresa dann noch und lacht: „Das ist dann das Pech, eine Chefin zu haben.“

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