Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Schäfer-Gümbel: Mit Chancenkonto dem digitalen Wandel begegnen

Von Es ist frei nach Marx nicht mehr nur ein Gespenst, das umgeht. Die Digitalisierung ist Realität und wird in Zukunft zu massiven Umwälzungen führen. Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hat sich Gedanken darüber gemacht, wie die Veränderungen gesteuert werden können.
Thorsten Schäfer-Gümbel, Partei- und Fraktionschef der hessischen SPD. Foto: Fabian Sommer Thorsten Schäfer-Gümbel, Partei- und Fraktionschef der hessischen SPD.
Wiesbaden. 

Viele sehen in der Digitalisierung Chancen, andere hingegen eine Bedrohung. Feststeht, dass es kaum Branchen und Lebensbereiche gibt, die nicht betroffen sind. So weit ist das auch in der Politik angekommen, ohne dass die Parteien bisher Antworten gegeben hätten, was dies im Detail bedeutet.

„Es wäre geradezu paradox zu denken, dass wir machtlos sind“, ist das Credo von Thorsten Schäfer-Gümbel, der in seinem Buch „Die sozialdigitale Revolution“ Wege und Möglichkeiten aufzeigt, wie die Politik aus ihrem Beobachterstatus herauskommt und diesen umfassenden, tiefgreifenden Prozess in Schulen und Hochschulen, in Wirtschaft und Gesellschaft gestalten kann. Dabei skizziert der Vorsitzende der Hessen-SPD, der zugleich im SPD-Bundesvorstand sitzt, ein weitreichendes Konzept.

Eine der zentralen Ansätze ist ein „Chancenkonto“. Gemeint ist ein fiktiver, mit den Jahren anwachsender Geldbetrag, den jeder bekommt und aus dem er Zeiten für Qualifizierung bezahlen kann. „Denn am wichtigsten ist es, die Menschen durch Aus- und Fortbildung fit zu machen für die neue Zeit und ihnen so Ängste vor Veränderung zu nehmen“, sagt Schäfer-Gümbel, der einem bedingungslosen Grundeinkommen eine Absage erteilt.

Ein anderes Modell, das der SPD-Politiker aufzeigt, ist eine „Wahlarbeitszeit“. Diese soll es Arbeitnehmern erlauben, Stundenzahl, Ort und Zeitpunkt ihrer Arbeit frei zu wählen, damit sie von der Digitalisierung profitieren. Aber auch für andere Bereiche macht sich Schäfer-Gümbel Gedanken. So fordert er Projektunterricht als Standard in den Schulen, eine Stärkung der politisch-kulturellen Bildung, eine Reform der Lehrerausbildung oder ein gebührenfreies Bildungssystem von der Kita bis zu Meisterprüfung und Master. Ansonsten plädiert er für eine striktere Regulierung der Plattformunternehmen oder die Einführung eines Petitionsportals. Bei alldem spricht sich Schäfer-Gümbel für eine Diskussion aus, die nicht von Angst besetzt ist.

Thorsten Schäfer-Gümbel „Die sozialdigitale Revolution“, Murmann-Verlag, 20 Euro

Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse