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Kriminalität: Mit speziellen Sendern geht Hessenforst gegen Holzdiebstahl vor

Die Holzpreise steigen seit Jahren. Das macht den Wald für Diebe interessant. Mit moderner Überwachungstechnik sagt Hessenforst dem Holzdiebstahl den Kampf an.
Holzdiebstahl Foto: Swen Pförtner (dpa) Björn Brandau, Revierförster, beschriftet mit einer Sprühdose einen Lärchenbaumstamm zur Identifizierung des Holzstapels.
Rotenburg/Kassel. 

Als der Dieb zugreift, ist es dunkel im Wald bei Alheim (Kreis Hersfeld-Rotenburg). Der Mann hält an, belädt sein Auto mit Holz und fährt weg. Es gibt keine Augenzeugen, eigentlich eine sichere Sache. Doch wenige Stunden später ist er überführt. Denn Björn Brandau vom Forstamt Rotenburg hat den Diebstahl live verfolgt – durch einen im Holz versteckten Sender. Auch wenn der Wert der Beute gering war, sei die Aufklärung ein großer Erfolg, sagt der Förster. Die Botschaft sei: „Achtung Holzdiebe, überall kann ein Sender sein.“

Großer Schaden

Seit 2013 setzt Hessenforst eine selbst entwickelte Überwachungstechnik ein, um Langfingern im Wald auf die Spur zu kommen. Denn Holzdiebstahl sei ein großes Problem. Damals wurde der im hessischen Staatswald angerichtete Schaden pro Jahr auf einen Betrag im hohen sechsstelligen Bereich geschätzt. Zusammen mit Diebstählen aus Privatwäldern sei man sogar von einem Schaden in Höhe von einer Million Euro ausgegangen, sagt Petra Westphal, Sprecherin von Hessenforst. Seit Förster Diebe mit der neuen Technik verfolgen, habe sich die Situation verbessert. Langfinger würden abgeschreckt oder auf frischer Tat ertappt. Mit Zahlen belegbar ist dies nicht – es gibt keine hessenweite Statistik. Allerdings bestätigen sowohl Förster als auch Polizei die positive Entwicklung.

Wie einfach Holzdiebstähle mittlerweile verfolgbar sind, zeigt der Fall aus Alheim, der sich Mitte Juni abspielte. Es sei gegen 22.40 Uhr gewesen, als er eine SMS auf sein Handy bekommen habe, sagt Förster Brandau. Die im Holz versteckten Sender ruhen solange, bis sie bewegt werden und melden sich dann. „Mir war sofort klar, dass das Holz nur geklaut sein kann“, erklärt der Förster. Es habe sich um privates Holz gehandelt, das der Besitzer zunächst dort liegen lassen wollte.

Brandau beobachtete die Route des Diebes. Nach Abstimmung mit der Polizei wurde der Mann am Ziel seiner Fahrt überführt. „Der Täter war absolut überrascht, als ich sagte, dass mein Holz bei ihm im Kofferraum liegt“, berichtet Brandau. Der Mann war eher ein Gelegenheitsdieb. Der Mitarbeiter einer ortsfremden Firma war zufällig am Holz vorbei gefahren und hatte sich dann bedient.

Die Diebstahlmengen schwanken je nach Täter. Wenn aufgearbeitetes Brennholz im Kofferraum verschwinde, handele es sich um überschaubare Mengen, sagt Hessenforst-Sprecherin Westphal: „Sind jedoch Fuhrunternehmen kriminell unterwegs, können ganze Lkw-Ladungen geklaut werden – dann reden wir über Wertverluste in Höhe von 500 bis 6000 Euro pro Fall.“ Das summiere sich trotz neuer Überwachungstechnik immer noch auf einen sechsstelligen Betrag pro Jahr.

Seltenere Diebstähle

„Vor einigen Jahren waren Holzdiebstähle noch deutlich häufiger“, erklärt Torsten Werner, Sprecher der Polizei im waldreichen Nordhessen. Damals sei es kaum verdächtig gewesen, wenn ein Transporter mit Holz beladen wurde. Mittlerweile habe es sich unter den Dieben herumgesprochen, dass Holz nun mit Sendern überwacht wird. Attraktiv sei Holzdiebstahl nach wie vor: „Man kann mit Holz gutes Geld verdienen.“

Deshalb werden selbst bei Bäumen, die vom Sturm umgeworfen werden, mittlerweile Sender ins Holz eingebracht. Wird am Ende der Holzdieb gefasst, können auch leichtgläubige Kunden betroffen sein. „Lassen Sie sich als Endabnehmer nicht auf dubiose Geschäfte ohne Herkunftsnachweis und Quittung ein“, heißt es von Hessenforst. Denn an gestohlener Ware könnten Käufer kein Eigentum erwerben. Wer trotz begründeten Verdachts zugreife, laufe Gefahr, sich selbst der Hehlerei strafbar zu machen.

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