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Prozess: NSU-Nebenklage: Zschäpe weiß mehr, als sie sagt

Die Angeklagte Beate Zschäpe. Foto: Peter Kneffel Die Angeklagte Beate Zschäpe.
München. 

Die Anwälte der Familie des 2006 in Kassel ermordeten Halit Yozgat haben der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe schwere Vorwürfe gemacht. In ihrem Plädoyer sagte Rechtsanwältin Doris Dierbach am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München, Zschäpe wisse viel mehr, als sie im Prozess aussagte. Direkt an die Hauptangeklagte gewandt sagte die Anwältin, Zschäpe habe sich nie von ihren beiden Freunden Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt abgegrenzt, „weil Sie immer noch der Ideologie anhängen”. Genau darum sei Zschäpe auch nach wie vor gefährlich.

Wie schon andere Nebenkläger zuvor griff auch Dierbach die staatlichen Ermittler scharf an. „Man wollte Quellen (des Verfassungsschutzes) vor einer Polizeivernehmung schützen und nahm in Kauf, dass der Mord an einem jungen Mann darum nicht aufgeklärt wurde”. Dem hessischen Verfassungsschutz-Beamten, der bei dem Mord an Yozgat angeblich zufällig am Tatort war, warf sie vor, im Prozess gelogen zu haben. Die Bundesanwaltschaft attackierte sie dafür, dass sie massives Fehlverhalten von Behörden bis heute decke.

Yozgat war das neunte und letzte Opfer der sogenannten „Ceska”-Serie, die nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft von den beiden Rechtsterroristen Mundlos und Böhnhardt verübt und von der wegen Mittäterschaft angeklagten Zschäpe unterstützt und mitgeplant wurde. Gegen Zschäpe hat die Anklage lebenslange Haft beantragt.

(dpa)

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