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Nach Anschlagsserie: Islamforum hofft auf Solidarität

Rußpuren an einem als Moschee genutzten Haus in Ulm. Foto: Ralf Zwiebler/Archiv Rußpuren an einem als Moschee genutzten Haus in Ulm.
Frankfurt. 

Nach einer Serie von Anschlägen auf Moscheen in Deutschland seit Jahresbeginn hoffen die im Deutschen Islamforum zusammengeschlossenen Verbände und Organisationen auf deutliche Zeichen der Solidarität. „Für die Betroffenen ist es nicht entscheidend, wer hinter den Anschlägen steht”, sagte Jürgen Micksch, einer der beiden Moderatoren des Forums, am Dienstag nach einer Tagung in Frankfurt. Die Täter wiederum dürften nicht den Eindruck gewinnen, dass eine „schweigende Mehrheit hinter ihnen steht”.

Auch ein Vertreter der Moscheevereine betonte, Solidarisierung mit den betroffenen Gemeinden sei wichtig. „Angst und Verunsicherung sind groß, vor allem, wenn die Täter nicht gefasst sind.”

Angesichts der umstrittenen Äußerung von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), der Islam gehöre nicht zu Deutschland, sagte Micksch, auch das Judentum oder Christentum gehörten als Weltreligionen nicht zu Deutschland oder einer bestimmten Nation. „Aber Christen, Juden, Muslime und Atheisten gehören zur Realität unserer Gesellschaft.” Gegenseitige Unkenntnis sei nach wie vor eines der größten Defizite im Verhältnis von Muslimen und der Mehrheitsgesellschaft.

Der ehemalige grüne Bundestagsabgeordneten Volker Beck wiederum kritisierte ausbleibende Reaktionen von Muslimen auf antisemitische Vorfälle. „Da wünsche ich mir Solidarität der Muslime, egal, ob die Angreifer Nazis oder Palästinenser sind”, sagte er.

Seit Jahresbeginn gab es in Deutschland mehr als 40 Anschläge auf Moscheen.

(dpa)
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