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Frankfurter Verein zieht Notbremse: Nach FNP-Bericht: Absage an "Wunderheiler"

Ein angeblicher Wunderheiler namens Ali Erhan sollte kommende Woche in Frankfurt auftreten. Im Gepäck: Ein Heilmittel, das gar keines ist, sondern eine giftige Chemikalie. Jetzt hat der Veranstalter die Notbremse gezogen.
MMS wird meist in solchen Flaschen verkauft. Foto: Norbert Försterling/ Symbolbild MMS wird meist in solchen Flaschen verkauft. Foto: Norbert Försterling/ Symbolbild
Frankfurt. 

Der Verein „Frankfurter Ring“ hat seine für nächste Woche geplante Veranstaltung mit dem selbst ernannten Geistheiler Ali Erhan abgesagt. Geplant war ein Seminar im Frankfurter „Finkenhof“ über zwei Tage zu dem höchst umstrittenen „Heilmittel“ MMS („Miracle Mineral Supplement“). Mehrere Gesundheitsbehörden hatten vor der Einnahme gewarnt. Hinter dem hautpsächlich übers Internet vertriebenen Produkt steckt die gesundheitsgefährdende Chemikalie Chlordioxid – ein Stoff zur Desinfektion. Eine heilende Wirkung sei nicht nachweisbar, teilte das Regierungspräsidium Darmstadt in dieser Woche mit. Statt dessen kommt es zu einer Reihe von Nebenwirkungen, bis hin zu lebensgefährlichen Vergiftungen.

 

Dubiose Quacksalber

 

 In dem Bericht „Ätzende Alternative“  hatte die Frankfurter Neue Presse über die Machenschaften der dubiosen Quacksalber und den geplanten Info-Abend sowie einen Workshop mit Ali Erhan in Frankfurt berichtet. Gestern teilte der Verein „Frankfurter Ring“ schriftlich mit: „Wir möchten Sie hiermit informieren, dass die Veranstaltungen mit Herrn Ali Erhan zum Thema MMS heute abgesagt wurden. Aufgrund von aktuellen Berichten von Medien und Gesundheitsbehörden sind diese Veranstaltungen bis zur Klärung ausgesetzt und finden nicht statt.“ Der Verein hatte für die Veranstaltung mit dem dubiosen Referenten zuvor auf seiner Internetseite kräftig geworben und die Vorzüge von MMS als „geniale Substanz“ bezeichnet. Angeblich könne es zahlreiche Krankheiten kurieren – von Fußpilz über Grippe bis hin zu Krebs und Autismus bei Kindern, so die Verfechter.

 

Keine weitere Stellungnahme

 

Zu einer weiteren Stellungnahme, warum der Verein, der seit 45 Jahren besteht, diese Veranstaltung trotz des zweifelhaften Hintergrunds kurzfristig in sein Programm aufgenommen hatte, war die Geschäftsführung gestern nicht bereit. „Wir sind eine ehrbare Institution mit einem guten Ansehen, und das wollen wir auch behalten“, teilte die erste Vorsitzende, Brita Dahlberg, ergänzend mit.

Das "Miracle Mineral Supplement" (MMS) wird über das Internet verkauft. (Screenshot: Google) Bild-Zoom
Das "Miracle Mineral Supplement" (MMS) wird über das Internet verkauft. (Screenshot: Google)

Beim Vermieter des Veranstaltungsorts, einem Raum im Frankfurter Finkenhof, zeigte man sich gestern erleichtert über die Absage. Nach eigenen Angaben hatte man keine Kenntnis über Inhalt und Hintergrund der Veranstaltung. Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte bereits die Frankfurter Staatsanwaltschaft über den geplanten Auftritt von Ali Erhan informiert. Der Verkauf von MMS zu medizinischen Behandlungszwecken ist in Deutschland wie auch in anderen Ländern strafbar.

Der medizinische Laie Erhan gehört seit längerer Zeit dem engeren Zirkel einer Bewegung an, die das angebliche Wunderheilmittel nach seinem „Entdecker“, dem US-Amerikaner Jim Humble, anpreist.

(ok)
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