Nach Unwetter: Hessen räumt auf

Innerhalb weniger Minuten hat ein Unwetter im Rhein-Main-Gebiet einen Millionenschaden angerichtet. Tausende Pendler saßen fest, der Fernverkehr der Bahn brach zusammen. Während repariert wird, warnt der Wetterdienst vor neuen Unwetterfronten.
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Frankfurt.  Nach dem heftigen Unwetter über Teilen von Hessen hat sich die Lage in der Nacht zum Mittwoch beruhigt. Im Rhein-Main-Gebiet und in Osthessen hatten Regen und Sturm besonders stark gewütet, dort seien nun die Aufräumarbeiten angelaufen, berichtete die Polizei am Vormittag. Zahlreiche umgerissene Bäume mussten beseitigt, Äste weggeräumt, Keller trockengelegt werden. Die Deutsche Bahn sprach am Morgen nur noch von «vereinzelten Einschränkungen». Lediglich die Strecke Friedberg-Hanau sei voraussichtlich bis zum Mittag gesperrt, sagte eine Sprecherin. Weitere Details konnte sie zunächst nicht nennen.

   Bis in die Nacht wurde am Frankfurter Flughafen an einer 30 Meter langen Versorgungsbrücke gearbeitet, die durch das Dach des Fernbahnhofs zu stürzen drohte. «Mit einem Kran wurde versucht, die Brücke zu sichern», sagte ein Polizeisprecher. Die fahrbare, rund 4.2 Tonnen schwere Brücke sei in einen sicheren Bereich geschoben worden. Wegen der Absturzgefahr und der Arbeiten wurden der Bahnhof und die Bundesstraße 43 mehrere Stunden gesperrt.

   Am frühen Mittwochmorgen sei die Sperrung am Bahnhof aufgehoben worden, auch die S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet fuhren nach Auskunft der Bahn seit Betriebsbeginn am Mittwoch wieder weitgehend normal. Am Vortag hatten Tausende Pendler festgesessen, auch auf den Fernstrecken ging teilweise nichts mehr.

   Am Flughafen lief der Betrieb einer Sprecherin zufolge wieder normal. Allerdings seien etwa 30 Flüge annulliert worden - Nachwirkungen von Unwettern nicht nur in Hessen, sondern auch in anderen Regionen und Ländern. Die Bodenabfertigung war am Dienstag wegen des Unwetters für rund 30 Minuten eingestellt worden. Einige Starts und Landungen verzögerten sich.

   In Offenbach und im Main-Kinzig-Kreis war es am Dienstag einem Polizeisprecher zufolge «eine halbe Stunde lang heftig». In Schlüchtern war die Polizeistation nach einem Blitzeinschlag lange «abgenabelt», wie ein Sprecher in Offenbach sagte. Im Wetteraukreis war die Feuerwehr nach eigenen Angaben in «fast allen Gemeinden» unterwegs, es wurden rund 300 Einsätze gezählt, zahlreiche davon in Karben und Bad Vilbel.

   Nach der tagelangen Hitze hat sich die Temperatur in Hessen mit einem Schlag abgekühlt, vorbei ist die Gewitterphase aber noch nicht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach warnte für den Mittwoch erneut vor teils unwetterartigen Schauern und Gewittern. Heftiger Starkregen, Hagel und Sturmböen seien möglich.

 
Bilderstrecke
Unwetter wütet in der Wetterau
Ein Unwetter hat am Dienstag (06.08.2013) in der Wetterau gewütet. In unserer Fotostrecke sehen Sie Bilder vom Einsatz der Feuerwehr und den Aufräumarbeiten.
Ein Unwetter hat am Dienstag (06.08.2013) in der Wetterau gewütet. In unserer Fotostrecke sehen Sie Bilder vom Einsatz der Feuerwehr und den Aufräumarbeiten. Alle Fotos: Pfeiffer-Goldmann (11), Samon (2), Kötter (1), Feuerwehr (1) <br><br> Hier: Glas-Bruch en masse: Auf . . .
. . . einem Lagerplatz des Mineralwasserherstellers Hassia in Bad Vilbel hat der Gewittersturm hohe Stapel von Leergut zum Einsturz gebracht.

Frankfurt

In der Flensburger Straße (Eckenheim) stürzte ein Baum auf ein Auto. 	Foto: Kammerer

Umgestürzte Bäume und Blitzeinschläge haben gestern den Bahnverkehr im gesamten Rhein-Main-Gebiet lahmgelegt. Die Feuerwehr wurde mehr als 250 Mal alarmiert. Es gab erhebliche Sachschäden, Personen wurden nicht verletzt.

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Wetterau/Main-Kinzig

Von diesem Dach in Klein-Karben bergen Feuerwehrleute lose Dachziegel. Viel Regen dringt ins Haus ein.

Mit einem Paukenschlag hat sich gestern der Hochsommer verabschiedet: Ein Unwetter zieht am Nachmittag über Wetterau- und Main-Kinzig-Kreis hinweg. Am schlimmsten trifft es die Einwohner in Karben.

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